Kiersper Gesamtschüler untersuchen die Volme nach Plastikmüll

+
Die Schüler der achten Klasse mit dem Wahlpflichtfach Naturwissenschaften suchten in und um die Volme herum nach Plastikmüll, um mit den Ergebnissen einen Teil zur Forschung beizutragen.

Kierspe - Flüsse und Bäche bringen immer mehr Plastikmüll in die Meere und Ozeane. Tüten, Joghurtbecher und Kleinstpartikel gefährden die Tiere und gelangen in die Nahrungskette. Schüler der Gesamtschule Kierspe untersuchten gestern einen Abschnitt der Volme, um festzustellen, wie viel dieser Fluss zur Verschmutzung beiträgt.

Im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2016/17 mit dem Thema „Meere und Ozeane“ nehmen die Mädchen und Jungen der achten Klasse mit dem Wahlpflichtfach Naturwissenschaften an einem Projekt teil. Diese Citizen-Science-Aktion nennt sich „Plastikpiraten“ und sammelt mithilfe der teilnehmenden Gruppen Daten zum Kunststoffvorkommen in und an deutschen Fließgewässern, heißt es auf der Internetseite des Wissenschaftsjahres. Das geschieht auch in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Mit einem speziellen Netz, Maßbändern, Kamera und Müllzangen machte sich die Klasse auf den Weg zur Volme. Dort angekommen teilten sich die Schüler in verschiedene Gruppen auf. „Eine Gruppe platziert das Netz, dass uns zur Verfügung gestellt wurde, im Fluss“, sagte Silke Jordan, Lehrerin der Gesamtschule. Mithilfe von Michael Brück, Sozialpädagoge der Gesamtschule, banden die Schüler das Netz an einer kleinen Brücke fest, sodass es in der Volme hing.

Von einer Brücke aus hielten die Gesamtschüler Ausschau nach Plastikmüll, der in der Volme trieb. Von dort aus konnten sie auch das Netz zum Sammeln von Mikroplastik beobachten.

Eine Stunde lang musste es in dem fließenden Gewässer treiben. „In der Schule werden wir es dann unter dem Mikroskop auf Mikroplastikproben untersuchen“, so die Lehrerin. Während das Netz in dem Wasser trieb, beobachteten die Gruppenmitglieder die Volme von der Brücke aus und hielten Ausschau nach Plastikmüll, der eventuell in dem Fluss schwimmt.

Zwei weitere Gruppen waren zum Müllsammeln eingeteilt. Direkt am Ufer und in der Umgebung hielten die Mädchen und Jungen nach Müll jeglicher Art Ausschau. An dem Ufer zur Bundesstraße hin wurden sie sofort fündig. „Die Straße ist die Quelle“, stellten sie gemeinsam fest.

Schüler ermitteln Fließgeschwindigkeit der Volme

Zwei Jungen kümmerten sich um das Herausfinden der Fließgeschwindigkeit der Volme. Dafür stellten sie sich 20 Meter auseinander. Einer warf einen Stock ins Wasser, der andere stoppte die Zeit bis der Ast bei ihm angelangt war. Das machten die Beiden mehrmals, in der Klasse werden sie die Durchschnittgeschwindigkeit berechnen.

Wieder andere Schüler schauten sich nach Pflanzen und Tieren am Ufer um. Brennnessel und indisches Springkraut waren in diesem Abschnitt weit verbreitet. Allerdings gehe es nur um heimische Pflanzen- und Tierarten, so Jordan. Daher spiele das Kraut für die Aktion keine Rolle. Tiere ließen sich bei dem winterlichen Wetter nicht blicken. „Wir müssen das jetzt in dieser Jahreszeit machen, auch wenn es kalt ist“, sagte Jordan.

Die Schüler seien darüber informiert worden, dass sie wetterfeste Kleidung für diese Exkursion bräuchten. Im Frühling und Sommer sei die Umsetzung nicht möglich. „Dann würden wir brütende Vögel oder andere Tiere im Uferbereich stören“, erklärte die Lehrerin für Biologie. Daher sei auch der harte Winter keine Möglichkeit, da bräuchten die Tiere ihre Ruhe, so Jordan.

Außerdem war die Aktion der „Plastikpiraten“ auf einige Monate begrenzt – seit September und bis Mitte November können Gruppen das Forschungsprojekt durchführen. Um den Ablauf der gesamten Aktion festzuhalten, haben die Kiersper Gesamtschüler auch ein Dokumentations-Team.

"Jeder Fund wird festgehalten"

Zwei Schüler kümmern sich mit einer Kamera um Video- und Bildaufnahmen. Jede Mülltüte, die die Teams am Ufer und in der Umgebung gefunden haben, wurde fotografiert. „Jeder Fund wird festgehalten“, so Jordan. Bereits im Unterricht haben sich die Achtklässler mit ihrer Lehrerin auf das Thema vorbereitet. „Den Jugendlichen war es teilweise gar nicht bewusst, dass das Plastik über die Flüsse in das Meer gelangt“, erzählte Jordan.

Nach der rund zweistündigen Untersuchung an der Volme werden die Funde ebenfalls im Unterricht nachbereitet. Bis Anfang Dezember können teilnehmende Gruppen ihre Ergebnisse einreichen. Auf einer digitalen Landkarte können die Daten dann im Internet eingesehen werden. Mit diesem Projekt tragen die Gesamtschüler zur „Forschung über die Verbreitung von Makro- und Mikroplastik in und an deutschen Flüssen“ bei, heißt es auf der Internetseite der „Plastikpiraten“.

„Die Aktion hat auch einen Wettbewerbscharakter“, sagte Jordan. Unter allen Teilnehmern werden Sachpreise verlost, darunter eine Gruppenreise ans Meer, eine Kanutour und ein Besuch einer Unterwasserwelt. Ende des Jahres werden die Gewinner verkündet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare