Kinder zählen Astquirle für Alter des Baumes

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xel Dohmen von der Waldschule MK war gestern am Lauseberg, um die Waldjugendspiele durchzuführen. Acht Klassen von drei Kiersper Schulen nahmen daran teil. Eingangs erklärte er, wie ganz einfach der Baumumfang zu bestimmen ist. ▪

KIERSPE ▪ Das Alter einer Fichte zu bestimmen, so lange sie noch im Wald wächst und gedeiht, ist gar nicht so schwierig, wie die Mädchen und Jungen lernten, die gestern an den Waldjugendspielen am Lauseberg teilnahmen.

Sie mussten nur die Zahl der Asquirle des Baumes zählen, wobei einzelne kleine Äste keine Rolle spielten. Die richtige Lösung lautete 22 Jahre. Dass man bei einem gefällten Baum anhand der Baumringe das Alter erkennt, wussten noch die meisten, dass das auch bei einer noch stehenden Fichte möglich ist, aber keiner. Acht Klassen von drei Kiersper Grundschulen nahmen gestern an der Aktion des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland und der Waldschule MK teil. Unterstützt wurden Axel Dohmen von der Waldschule und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Gaby Plate wie immer von den Revierförstern Uwe Treff und Klaus Pokrand

Gar nicht so leicht war es ebenfalls, den Baumumfang eines dicken Baumes zu bestimmen. Dazu hatten die Kinder nur eine Zentimetereinteilung auf dem Aufgabenblatt und die Finger ihrer Hand zur Verfügung, die sie auseinanderspreizten, soweit sie konnten, dann den Zwischenraum bestimmten und zählten, wieviel mal dieser um den Stamm passt. Rechnen können war dabei natürlich auch gefragt. Aber die Mädchen und Jungen arbeiteten in Gruppen und gemeinsam war es gut zu schaffen, so dass viele schließlich auf die richtige Lösung von 2,20 Meter kamen. Eingangs erklärte Axel Domen den Schülern ganz genau die Vorgehensweise dabei und übte sie auch mit ihnen.

Die vierten Jahrgänge der Pestalozzi- und Schanhollenschule sowie der Bismarck- und der Rönsahler Servatiusschule waren komplett gekommen, die Bismarckschule sogar mit drei Klassen. Insgesamt beteiligen sich in diesem Jahr an den Waldjugendspielen kreisweit 158 Klassen von 70 Schulen und genau 3 311 Schüler.

Die rund vier Kilometer lange Strecke hatte Axel Dohmen bereits am Morgen, als er um 6.30 Uhr ankam, abgesteckt, präpariert und die Schilder sowie anderen Utensilien für die insgesamt 20 Aufgaben verteilt. Start war wie schon in den vergangenen Jahren mit dem Zapfenzielwerfen, wobei jedes Kind zwei Würfe hatte. Auch Sturmschäden nahmen die Kleinen in Augenschein und mussten unterscheiden zwischen Windwurf, wenn eine Fichte entwurzelt wird, und Windbruch, wenn ihr Stamm oder ihre Krone abgebrochen ist.

Die Grundschüler hörten zudem, dass Müll nicht in den Wald gehört, lernten diesen als Sauerstoffspender, Wasserspeicher und Holzlieferanten kennen, lauschten dem Waldkonzert aus Autolärm, Vögelgezwitscher und anderen Geräuschen oder bestimmten anhand von Blättern und Zapfen Baumarten wie Ahorn, Erle, Fichte, Pappel, Lärche, Kiefer und Douglasie.

Um einige der im Wald lebenden Tiere wie Waschbär, Igel, Fuchs, Hirsch und Wildschwein ging es sowie genauso um Erdbaubewohner wie Hase und Dachs oder um Baumkrankheiten: So gab es an einem Baum eine Wucherung, die die Mädchen und Jungen als Baumkrebs identifizieren mussten. Sie sahen ein Beispiel für eine Naturverjüngung, wenn aus den Samen der Mutterpflanzen neue Bäume keimen. Das war ein Beispiel dafür, wie ein junger Wald anders als durch gezielte Anpflanzung in Reih und Glied entsteht.

Aber das Schwierigste kam zum Schluss: Da musste nur mit Hilfe eines Stockes die Höhe einer Fichte im Wald bestimmt werden. Erst nahmen die Kinder genau eine Armlänge von den Augen entfernt Maß, streckten dann, den Stock an der ermittelten Stelle fest umgriffen, den Arm aus und visierten über dessen Spitze blickend den Baumwipfel an, was erst bei einer entsprechenden Entfernung gelang. Dann ermittelten sie mit Schritten die Entfernung zum Baum in Metern. Die richtige Antwort lautete nicht sechs oder 15 Meter, sondern über 22 Meter. Nach diesem erlebnisreichen Tag wanderten die Gruppen dann wiede zurück in ihre Schulen.

▪ Rolf Haase

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