Abwechslungsreiches Programm der Bläser

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Lange hatten sich die Musiker des Bläserchores auf die Vesper vorbereitet. Wurden doch zahlreiche neue Stücke im Gemeindehaus vorgetragen. ▪

KIERSPE ▪ „Als wir zu unserer ersten Bläservesper 2002 eingeladen hatten, stellten wir die Stühle noch in den Vorraum zum großen Saal“, erinnerte sich Klaus Seuthe vom Bläserchor der Freien evangelischen Gemeinde. „Zwar mussten wir damals schon viele Stühle nachstellen, doch so gut besucht wie heute war die Veranstaltung vor acht Jahren nicht.“

Rund 200 Frauen und Männer kamen am Sonntagnachmittag, um der Bläservesper beizuwohnen. Der äußere Rahmen des Programms gestaltete sich bislang immer ähnlich. Der Bläserchor spielte eine Auswahl kirchlicher und weltlicher Stücke und das Ehepaar Ursula und Dr. Paul Gerhard Schröder führten durch den Nachmittag mit besinnlichen Geschichten und erklärenden Worten. Der Abschluss war dann die Einladung zu einem gemeinsamen Imbiss, der Tageszeit entsprechend einer Vesper.

Viel geprobt hatte der Bläserchor in den vergangenen Wochen, denn bis auf zwei Lieder waren alle Stücke neu. 15 Lieder waren es insgesamt, wovon vier von Solisten gespielt wurden.

Rebecca Langstone, Schülerin aus Kanada und zu Gast bei der Rotarierfamilie Herder spielte „Scotch Poem“ von Edward MacDowell nach einem Zyklus von Gedichten nach Heinrich Heine mit viel Einfühlungsvermögen. Dustin Koch ließ das Publikum den Atem anhalten, als er das „Carousel“ des Marimbaphon-Virtuosen David Friedmann vortrug. Es wurde in so großer Schnelligkeit und Sicherheit gespielt, dass die Zuhörer nur Bewunderung für die Fertigkeit des Musikers empfanden. „Salsa Creek“, ein doppeldeutiger Titel, da „Creek“ auch „Bach“ bedeuten kann, war in seiner Komposition auf die Gegensätze zwischen lateinamerikanischen Klängen und den klassisch bekannten Themen um Johann Sebastian Bach angelegt. Anja Herder spielte auf dem Klavier dieses temperamentvolle Stück. Michael Kordt an der Orgel hatte sich einen französischen Komponisten ausgesucht, Eugene Gigout, einen Kirchenmusiker. Mit „Sortie sur l'Antienne“ hatte er die Themen von gregorianischen Chorälen in ihrer Wiederholung vertont.

Abwechslungsreich wie das Programm der Solisten war auch das Programm des Bläserchores. Fingerschnipsend und schwungvoll begannen sie mit dem „Hallelujah“ von Dieter Wendel, einem fröhlichen und lebensbejahenden Lied. Doch auch auf die dunkle Jahreszeit gingen die Musiker ein. „Mitten wir im Leben sind“ von Friedrich Mendelssohn-Bartholdy spiegelt die Zerrissenheit bewegt in drei Stufen wider. Während zu Beginn die Melodie noch leicht wirkte, verklang sie in der letzten Strophe ruhig: Der Mensch hatte seine Ruhe gefunden bei Gott.

Aus dem Musical „Joseph“ spielte der Bläserchor „Any dream will do“ von Andrew Lloyd-Webber, ebenso „Kommt und lasst uns Christus“, geschrieben von Klaus Seuthe. Als Abschluss hatte sich der Bläserchor „Vom Himmel hoch“ ausgesucht, ein Arrangement von Max Reger und Johann Sebastian Bach, welches langsam und majestätisch begann und als vielstimmiger, kunstvoller Lobgesang endet.

Zwei Zugaben verlangte das Publikum vom Bläserchor, welche dieser auch gerne spielte. Danach waren alle Konzertbesucher zu einer kleinen Vesper mit von Steffi Bille gestifteten Häppchen und einem unterhaltsamen Gespräch mit Freunden oder Bekannten eingeladen. ▪ GeG

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