Praktikum für jungen Syrer in Kierspe

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Am Computer hat Praktikant Mohammed ein virtuelles Traumhaus entworfen – ganz nach seinen Vorstellungen.

Kierspe - Vier bis fünf Praktikanten beschäftigt das Architektur- und Ingenieurbüro SKV pro Jahr, doch den syrischen Flüchtling Mohammed werden sie so schnell nicht vergessen – und unter gewissen Umständen demnächst sogar als Auszubildenden wiedersehen.

Seit dem 18. Mai und bis einschließlich 5. Juni absolviert der 20-Jährige sein Praktikum. Unter der Anleitung von Bauzeichner Viktor Löwen entwirft Mohammed am Computer ein virtuelles Traumhaus – ganz nach seinen Vorstellungen. Außerdem erstellt er Zeichnungen und lernt die Grundlagen der Bauplanung kennen. „Es gefällt mir hier sehr gut“, sagt der Syrer.

Aussicht auf Ausbildungsplatz

Bauzeichner Viktor Löwen (links) vom Architekturbüro SKV betreut Mohammed (Mitte) während seines Praktikums, das Fritz Schmid (rechts) für den jungen Syrer organisierte.

Auch sein Anleiter ist zufrieden: „Erst hatten wir Bedenken wegen möglicher Sprachbarrieren. Aber das hat alles gut geklappt“, sagt Viktor Löwen. SKV-Geschäftsführer Bernhard Schölzel ist von Mohammed ebenfalls überzeugt: „Er hat viel Talent und ist noch dazu ein netter Kerl. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, könnte ich mir vorstellen, dass er eine Ausbildung bei uns macht, vielleicht sogar schon im August.“

Berufserfahrung statt Schule

Über diese Nachricht freut sich vor allem Mohammed, aber auch Fritz Schmid vom Arbeitskreis Flüchtlinge, der die Praktikumsstelle vermittelte: „Mohammeds Integration würde es gut tun, wenn er eine Ausbildung in diesem Bereich machen könnte, statt weiter die Gesamtschule zu besuchen.“

Noch viele Hürden zu nehmen 

Ob Mohammed in Deutschland bleiben darf, ist noch nicht geklärt. Wann die Entscheidung darüber fällt, kann keiner der Beteiligten beantworten. Zudem müssten Mohammeds Schulzeugnisse von Syrien nach Deutschland geschickt, hier übersetzt und bewertet werden. Erst dann käme eine Ausbildung in greifbare Nähe. Im Falle einer Abschiebung würde der 20-Jährige nach Ungarn ausgewiesen. „Wir sind aber guter Dinge, dass das nicht passiert“, sagt Fritz Schmid.

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