Zum Abschluss spielt „Resonet“

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Das Trio „Resonet“ aus Köln begeisterte beim Gastspiel in Rönsahl. ▪

RÖNSAHL ▪ Mit knapp 50 Zuhörern blieb der Besuch beim Abschlusskonzert der Spielzeit im Rahmen der Rönsahler Kirchenkonzerte um einiges hinter den Erwartungen zurück.

Und das vielleicht auch wegen der zum gleichen Zeitpunkt stattfindenden kulturellen Konkurrenzveranstaltungen in der Nachbarschaft. So mussten sich Veranstalter und die Ausführenden, das Trio „Resonet“ aus Köln, mit einer diesmal doch wesentlich geringeren Zuhörerschar begnügen.

Wiederum war es Dr. Christoph Luyken als Initiator gelungen, dem ohnehin breit gefächerten Kaleidoskop der an diesem Abend zuende gehenden 21. Spielzeit der Rönsahler Kirchenkonzerte einen weiteren musikalischen Mosaikstein hinzuzufügen. Mit dem Trio „Resonet“ in Gestalt von Gudrun Höbold (Violine), Dietmar Berger (Cello) und Mareile Schmidt (Spinett) gab ein Ensemble seine Visitenkarte in der Servatiuskirche ab, das im Rahmen der kirchenmusikalischen Reihe eher selten gehörte Klang- und fein nuancierte Tonfolgen zu Gehör brachte. Die Interpreten hatten es sich zur Aufgabe gemacht, „Deutsche Kammermusik des Barock – von Biber bis Bach“ zu spielen. Besonders gespannt waren die Zuhörer in diesem Zusammenhang auch auf die angekündigte Darbietungsform, die Musik auf historischen Instrumenten und einen Vortrag im Sinne historischer Aufführungspraxis versprochen hatte.

Nach einer kurzen thematischen Einführung von Dr. Luyken, der das Wesen der Kammermusik erläuterte, gingen die Musiker sogleich zu Werke.

Ihr besonderes Augenmerk galt dabei der Musik der bedeutendsten Komponisten des Barock. Resonet konzentrierte sich im Wesentlichen auf einen zeitlichen Rahmen und künstlerisches Schaffen im ausgehenden 17. Jahrhundert – so wie es beispielsweise Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759), dessen Zeitgenossen Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750), Georg Telemann (1681 bis 1767), Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707) sowie auch dem Bach-Sohn Carl Philip Emanuel ( 1714 bis 1788) zu verdanken ist. So erlebten die Zuhörer gleich zum Auftakt einen ersten Höhepunkt, als das Trio mit Händels Sonate F-Dur Op.1 Nr. 12 einstimmte auf ein nachhaltiges Konzerterlebnis. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt sollte sich erweisen, dass das Trio „Resonet“ seinem Namen, der übersetzt so viel bedeutet wie „ertönen oder widerhallen“, in der Servatiuskirche mit ihrer ausgezeichneten Akustik alle Ehre machen wollte. Insbesondere bei den auch im Nachfolgenden arrangierten Solo-Parts, vornehmlich bei den Passagen, in denen Violinistin Gudrun Höbold zu glänzen verstand, kam dieses Vorhaben eindrucksvoll zum Ausdruck.

So erfreuten sich die Zuhörer unter anderem beispielsweise an Jacob van Eycks (1590 bis 1657) Choralvariationen zum bekannten Kirchenlied „Nun lobet Gott im hohen Thron“, wie gleichermaßen auch an Werken eher weniger bekannter Komponisten wie Thomas Baltzar oder Franz Biber. Sie ließen die jeweils unterschiedlichen Klang- und Stimmungsbilder, die das Trio „Resonet“ in überaus gekonnter Weise zu zeichnen verstand, auf sich einwirken und nachklingen und verabschiedeten Interpreten und Veranstalter mit lang anhaltendem und zweifellos hochverdientem Applaus. ▪ cr

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