Abschied mit Emotionen und guten Wünschen

Bürgermeister Frank Emde überreichte Martin Gebhardt zum Abschied einen Präsentkorb und seiner Frau Susanne einen Blumenstrauß.

KIERSPE ▪ Große Emotionalität und viele Erinnerungen, an eine lange Zeit im Verwaltungdienst und an gemeinsame Erlebnisse prägten die Feierstunde aus Anlass der Verabschiedung von Kierspes Kämmerer und Bürgermeistervertreter Martin Gebhardt im Anschluss an die Ratssitzung am Dienstag. Zahlreiche Vertreter aus der Politik und des öffentlichen Lebens waren erschienen.

Auf den Tischen des dafür kurzerhand schnell umgebauten großen Sitzungssaals standen Salzgebäck, Getränke und Schnittchen, so dass auch mit Imbissmöglichkeiten für einige gemütliche Stunden vorgesorgt war. Gebhardt habe es sich übrigens nicht nehmen lassen, die Kosten der Feier selbst zu tragen, was auch in diesen schwierigen Zeiten nicht selbstverständlich sei, wie Bürgermeister Frank Emde ausdrücklich erwähnte.

Zahlreiche derzeitige und frühere Verwaltungsmitarbeiter waren der Einladung von Gebhardt und seiner Frau Susanne genauso gefolgt wie zahlreiche Politiker und andere Vertreter des öffentlichen Lebens, die mit ihm zusammengearbeitet und gewirkt hatten, ihre Aufwartung machten und ihm für seinen bevorstehenden Ruhestand alles Gute wünschten. Darunter befand sich ebenfalls Abordnungen der Stadt Meinerzhagen, unter anderem mit dem Kämmererkollegen Hans-Peter Sturm sowie den Dezernenten Gerd Schriever und Hans-Erich Schmidt, und der Kiersper Feuerwehr. Die kam mit den Wehrleitern von damals und heute, Heinz-Werner Schumacher, Karl-Heinz Böker, Klaus-Peter Braunschweig als ehemaliger stellvertretender Wehrleiter, und natürlich dem amtierenden Stadtbrandmeister Georg Würth. Er überraschte Gebhardt auf ganz besondere Weise, indem er ihm die Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes in Gold überreichte. Eine Ehre, „die nur einer Handvoll Menschen zuteil wird“, wie Würth betonte. Gebhardt war sichtlich gerührt. Der Stadtbrandmeister und Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes ließ zur Begründung kurz die vielen Jahre Revue passieren, die Gebhardt die Feuerwehrarbeit vor Ort begleitet hatte, ob als Ordnungsamtsleiter, Fachbereichsleiter oder später als Kämmerer. In dieser Zeit habe ihn eines ausgezeichnet: So sei er „immer ein verlässlicher Partner gewesen“.

Die Laudatio auf Gebhardt hielt Bürgermeister Frank Emde: „Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange darauf gefreut hat“, zitierte er den österreichischen Schriftsteller Arthur Schnitzler. Auch bei Gebhardt habe sich in den letzten Wochen vielleicht zunehmend ein „mulmiges Gefühl“ breitgemacht, vermutete Emde. Er bedauerte es, einen „Menschen mit Kompetenzen und langjähriger Berufserfahrung zu verlieren“. Immerhin könne Gebhardt die hohe Zahl von 46 Dienstjahren vorweisen, die er neben dem Kreis in Lüdenscheid und Kürten mit über 37 Jahren zum großen Teil in Kierspe verbracht habe.

Stationen eines langen

Berufslebens

Emde nannte die Stationen des beruflichen Werdegangs des künftigen Pensionärs, indem er sie jedesmal in Bezug zu wichtigen Ereignissen von historischer, politischer, gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und technischer Dimension setzte. So erinnerte er ebenfalls an das Jahr 1964, als Gebhardt seine Verwaltungslehre begonnen hatte, in einer Zeit, in der gerade der Minirock seinen Erfolgszug begonnen habe, so der Bürgermeister.

Gebhardt selbst schloss eine humorvolle Betrachtung seines eigenen Lebens, aus der Sicht des „kleinen Jungen Martin“ an, der im Jahr 1946 als Sohn eines Pfarrers im westfälischen Hamm geboren worden sei. Eigentlich habe er ebenfalls Pastor werden sollen und daher nach dem Umzug aus dem Ruhrgebiet nach Kierspe zunächst das Zeppelin-Gymnasium in Lüdenscheid besucht. Doch mit der Schule habe es nicht so geklappt, wie es sollte, und daher habe sich für „Martin“ die Alternative gestellt, „entweder eine Malerlehre bei Karl Fiedler zu beginnen oder in den Verwaltungsdienst einzutreten“.

Zu seiner Zeit ab 1986 beim Ordnungsamt schilderte Gebhardt: „Aufgrund einer KGST-Empfehlung wurde der Umweltschutz, der von Mitte der achtziger Jahre bis Mitte der neunziger Jahre seine Hochzeit hatte, beim Ordnungsamt angesiedelt. Es gab einen eigenen Umweltausschuss, die Vorschriften zu Abfallrecht, Verpackungsverordnung und Kreislaufwirtschaftsgesetz mussten umgesetzt werden. Ein Abwasserbeseitigungskonzept, das die Stadt über Jahrzehnte finanziell stark gebunden hat, wurde aufgestellt. 1987 hat Martin dann die erste und einzige Kiersper Umweltwoche organisiert.“

Auch an die Aufnahme der Flüchtlinge und Aussiedler erinnerte er und an seine letzten Berufsjahre als Kämmerer, die von der Finanzmisere der Kommunen und der Umstellung von der Kameralistik zum Neuen Kommunalen Finanzmanagement geprägt gewesen seien. Zum Schluss seiner Rede wünschte Gebhardt noch seinem Nachfolger im Amt als Kämmerer, Olaf Stelse, alles Gute. Dann schloss er den offiziellen und eröffnete er den gemütlichen Teil der Feier.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare