Kein Abschluss ohne Anschluss

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Stellten die Aktion „Kein Abschluss ohne Anschluss“ vor: Fachlehrer Hans-Georg Englmann, Schulleiter Johannes Heintges, Birgit Schroeder (Kreisverwaltung), Bürgermeister Frank Emde, Michael Herget (Kreisverwaltung) und Petra Koch, zuständig für Schulen bei der Stadtverwaltung.

KIERSPE - Bis zu 30 Prozent der Auszubildenden brechen ihre Lehre oder ihr Studium ab, weil sie feststellen, dass der Beruf nicht zu ihnen passt. Dagegen helfen nur Vorkenntnisse, die bei der richtigen Berufswahl helfen. Dort setzt die Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ an, an der sich auch die Gesamtschule beteiligt.

Von Johannes Becker

„Die Chance für Schüler, nach dem Abschluss auch einen passenden Anschluss zu finden, sind so hoch wie nie zuvor“, formuliert es Johannes Heintges, Schulleiter der Gesamtschule, bei einem Pressegespräch zu dem Thema. Berufsfelderkundung ist das Schlüsselwort des neuen Programms. Was sich dahinter verbirgt, erklärt Birgit Schroeder vom Fachbereich Jugend und Bildung des Märkischen Kreises: „Am Anfang steht eine eintägige Potenzial-Analyse, um festzustellen, welches Berufsfeld zu dem Schüler passt.“ Daran würde sich die Möglichkeit anschließen, in drei Bereichen in den Arbeitsalltag zu schnuppern – möglich gemacht durch drei ganze Tage, die im Betrieb, einer Praxis oder in einem Laden verbracht werden. Ergänzt wird das alles durch eine halbjährige Beratungsphase in der Schule. „Diese soll aber keinesfalls die Berufsberatung der Arbeitsagentur ersetzen, sondern ein zusätzliches Angebot sein“, so Michael Herget vom regionalen Bildungsbüro des Kreises, das die Koordinierung der Aktion übernommen hat.

Bei der Suche nach den Plätzen für die Berufsfelderkundung sind die Schüler nicht an den Schulstandort gebunden, auch muss der Betrieb nicht zwingend selber ausbilden. „Das würde auch zu viele Berufsfelder ausgrenzen“, so Schroeder, die als Beispiel den Beruf des Physiotherapeuten nennt. Herget: „Natürlich dürfen sich die Schüler auch Berufe anschauen, die ein Studium erfordern. Man sollte aber auch nicht zu eng denken. So umfasst das Berufsfeld Bau alle Berufe zwischen dem Maurer und dem Architekten.“

Das Angebot richtet sich an Schüler des achten Jahrgangs, das sind allein in Kierspe derzeit 187. Und diese absolvieren im gleichen Jahrgang auch das Langzeitpraktikum, das in dem neuen Programm als eine der drei Berufsfelderkundungen angesehen wird. „Jetzt müssen wir aber dringend zusätzliche Plätze finden, um den Schülern die Möglichkeit zu geben, drei Berufsfelder kennenzulernen“, erklärt Hans-Georg Englmann, der als Fachlehrer das Landzeitpraktikum betreut.

Dazu gibt es aber auch Unterstützung von Kammern und Verbänden im Kreis. „Allein die Ärztekammer hat 500 Praxen angeschrieben und um Mithilfe gebeten“, so Herget. Auch gibt es auf der Homepage „www.berufserkundung-mk.de“ für die Unternehmen die Möglichkeit, Plätze einzustellen. Dort können die Schüler dann auswählen. Zur Sicherheit bekommt aber der Fachlehrer eine Mail, um zu schauen, ob sich der Platz auch für den entsprechenden Schüler eignet.

Insgesamt erhoffen sich die Verantwortlichen durch diese Maßnahmen, den Jugendlichen passende Ausbildungschancen aufzeigen zu können. Auch soll die Aktion helfen, den richtigen Praktikumsplatz in der neunten Klasse zu wählen. „Letztlich ist das aber auch eine gute Chance für die Arbeitgeber, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, erklärt Frank Emde und weist darauf hin, dass der erste Berufserkundungstag bereits am 27. März stattfindet.

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