Mildere Strafe für Kiersper Unfallfahrer

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Ein Kiersper (74) stand wegen Unfallflucht vor Gericht - bereits zum zweiten Mal.

Kierspe - Die Parklücke war zu klein: Zweimal scheiterte ein 74-Jähriger beim Versuch, sein Fahrzeug in einem Lüdenscheider Parkhaus abzustellen. Doppelt beschädigt wurde dabei ein VW Touran, an dem ein Schaden von rund 2400 Euro entstand. Zum zweiten Mal stand der Kiersper deswegen vor Gericht.

Eine Zeugin beobachtete den Unfall, doch der Mann reagierte nicht auf ihren Anruf und entfernte sich. Die Zeugin machte daraufhin mit ihrem Mobiltelefon ein Foto vom Auto des sich entfernenden Unfallverursachers, was zur Grundlage für Ermittlungen und die Einleitung eines Strafverfahrens wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort wurde.

Kratzspuren am beschädigten Touran passten zu Beschädigungen am Fahrzeug des 74-Jährigen. Er habe keinen Unfall bemerkt, trug er vor und behauptete, die Beschädigungen an seinem Auto seien schon älter.

Das Amtsgericht Lüdenscheid verurteilte den Angeklagten am 20. September 2016 wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 20 Euro, insgesamt also 600 Euro. 60 Euro kamen für die Verursachung eines Verkehrsunfalls oben drauf. Der Rentner legte einen Tag später Berufung gegen dieses Urteil ein, über die am Dienstag vor der 8. kleinen Strafkammer des Landgerichts verhandelt wurde.

„Einmal hat man immer gut – beim zweiten Mal sieht es schlecht aus“

Für den Angeklagten sprach, dass der Schaden mittlerweile vollständig von seiner Versicherung reguliert war und dass er keinerlei Voreintragungen in den Bundeszentralregistern der Straftaten und der Verkehrsordnungswidrigkeiten hatte. „Einmal hat man immer gut – beim zweiten Mal sieht es schlecht aus“, sagte der Vorsitzende Richter Dieter Krause.

Die Kammer folgte dieser Devise, hob das Urteil des Amtsgerichts auf und stellte das Verfahren vorläufig ein. Ganz ohne Strafe kam der 74-Jährige jedoch nicht davon: Erst wenn er 400 Euro Geldbuße gezahlt haben wird, werden sich die Aktendeckel über der Sache endgültig schließen.

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