1948: Katholische Frauen gründen eine Gemeinschaft

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Frauenkarneval 1980. Auch vor fast 40 Jahren feierten die Frauen gerne.

Kierspe -Gegründet wurde die katholische Frauengemeinschaft mit anfangs zwölf Frauen im Jahr 1948 – bald wird 70-jähriges Jubiläum gefeiert.

Treffpunkt war in den Anfängen noch ein kleiner Raum in der Kapelle am Butterberg. Während Elisabeth Quast das Amt der ersten Vorsitzenden übernahm, lag die Leitung der Veranstaltungen in den Händen des damaligen Pfarrvikars Theodor Korte. Schon zur ersten Adventsfeier kamen 39 Frauen. Und 1951 wurden während einer Abendandacht mit Segen exakt 39 Frauen feierlich in die Frauengemeinschaft aufgenommen.

Doch welche Aufgaben stellten sich die Frauen in den Folgejahren? Das war schnell klar: Sie wirkten bei vielen karitativen Aufgaben in der Gemeinde mit, wie bei Haussammlungen und bei der Verteilung von Paketen an bedürftige Familien. Das war keine einfache Angelegenheit, denn die Helferinnen zogen mit ihrer „Fracht“ zu Fuß über Land. Ob es sich um die Schulpflegschaft oder um den Pfarrgemeinderat handelte, die Frauen waren auch da vertreten.

Sparen für eine neue Kirche

Wenn sich beispielsweise die Fragen stellten „wer betet den Kreuzweg, wer den Rosenkranz, wer stellt eine Marienandacht zusammen?“, es waren die Frauen. Ein Handarbeitskreis war zudem tätig und der Erlös aus den verkauften Sachen wurde gespart, denn es sollte eine neue Kirche geben. Der Raum hinter der Kapelle wurde bald zu klein, ein Pfarrheim gab es damals noch nicht – und so „wanderten“ die Frauen durch ganz Kierspe, um ihre Adventsfeiern und andere Veranstaltungen auszurichten. Mal waren sie in der Schnörrenbach zu Gast, dann im Haus Wildenkuhlen im Café Struth oder auch im Café Maiworm. Auch das Jugendheim und einmal sogar die Jahnhalle waren Orte für die Zusammenkünfte. Dort war es sehr schön warm und gemütlich, während die Gruppe in der Bibliothek oft „vor Kälte nicht denken konnte“.

Hörspiele und Lesungen

Bei den Adventsfeiern trugen die Frauen Hörspiele vor oder es fanden Lesungen statt – und alle Gäste waren tief beeindruckt. Auch Reisen traten die Frauen an. Unter der Leitung von Pfarrer Schmidt wurden sie regelrecht „vollgestopft“ mit Beispielen für einen romantischen oder gotischen Baustil, für mittelalterliche Renaissance. Die Frauen hätten jede Studienfahrt damit in den Schatten stellen können.

Besuchsdienste und Karneval

Viele Aufgaben in der Gemeinde haben die Angehörigen der Frauengemeinschaft (kfd) heute wieder übernommen: Die Besuchsdienste bei kranken Mitgliedern, zu Geburtstagen bei den älteren Angehörigen, bei Gold- und Silberhochzeiten. Sie gestalten den Frauenkarneval, der klein begann und seit einigen Jahren an zwei Abenden gefeiert wird. Sie bereiten den Weltgebetstag der Frauen vor, organisieren im Herbst einen Adventsbasar, machen Jahresausflüge, begehen mit den kfd-Frauen aus Meinerzhagen und Valbert die Kräuterweihe und sind aktiv beim Gemeindefest. Aus den 39 Frauen im Jahre 1951 wurden bis zum Jahr 2008 schon 84, bis heute sank die Zahl allerdings auf 59.

Messe zu Beginn der Feierlichkeiten

Ihr 70-jähriges Bestehen feiern die Frauen der kfd am Sonntag, 23. September, ab 11 Uhr mit einer Messe in St. Josef. Als Gäste werden erwartet das Leitungsteam der Frauengemeinschaften aus Meinerzhagen und Valbert sowie als Vertreterin des Kirchenvorstandes Dr. Gabriele Menger. Nach der Messe treffen sich die kfd-Frauen und ihre Gäste im Gemeindehaus zu einem kleinen Imbiss und einem gemütlichen Beisammensein.

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