B 54-Baustelle

Gastronom Funke hofft auf Einlenken

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Umweg oder gleich woanders hin? Potenzielle Gäste des Restaurants Haus Berkenbaum entscheiden sich laut Inhaber Ernst Willi Funke aufgrund der B 54-Baustelle für die zweite Variante. Der Umsatz durch die „Laufkundschaft“ ist merklich gesunken.

Kierspe - Die Verzögerung der Bauarbeiten auf der Bundesstraße 54 erregt die Gemüter. Nachdem sich in der vergangenen Woche die UWG Kierspe zu Wort meldete, ist es nun der Gastronom Ernst Willi Funke. Der Betreiber und Eigentümer von Haus Berkenbaum setzte sich mit der Meinerzhagener Zeitung in Verbindung. Er hofft, dass für die erneute Sperrung des Straßenabschnitts in Bollwerk im kommenden Jahr bessere Regelungen gefunden werden.

Eine einspurige Verkehrsführung mithilfe einer Ampel würde dem Gastronom schon helfen. „Wir merken die derzeitige Sperrung sehr“, sagt Funke im Gespräch mit unserer Zeitung. Seit der Einrichtung der Baustelle Ende September seien die Umsatzzahlen kontinuierlich gesunken. „Das ist kein Zufall.“

Zwar blieben die Buchungen bei Geschäftsreisenden und Feiern nahezu gleich, Absagen oder Stornierungen gebe es in diesem Bereich auch nicht. Aber die „Laufkundschaft“ ließe sich deutlich seltener blicken. Spontane Restaurantbesuche am Abend oder auch am Wochenende zur Kaffee- und Kuchenzeit seien laut Funke geradezu eingebrochen.

Für die Kunden aus Halver und dem Bereich Kierspe Dorf und Zentrum ändert sich bei der Anfahrt zum Haus Berkenbaum nichts. Auch aus Richtung Meinerzhagen, Valbert und Kierspe Bahnhof ist die Anreise über die Bundesstraße 54 noch vor der Sperrung im Bereich Bollwerk möglich. Wer aber aus Richtung Lüdenscheid, dem Lennetal und dem Märkischen Nordkreis das Haus Berkenbaum besuchen möchte, steht vor der 300 Meter langen Baustelle und muss aufgrund der Sperrung einen Umweg über Oberbrügge oder Brügge in Kauf nehmen. „Mehr als 50 Prozent unserer Gäste kommen über die Bundesstraße 54“, weiß Funke. Viele von ihnen seien älter und möchten nur ungerne einen Umweg in Kauf nehmen. „Und im Dunkeln wollen sie die ihnen bekannten Wege fahren oder am liebsten schon zu Hause sein. Ein Umweg ist dann nichts.“

Daher, so vermutet Funke, entschieden sich viele derzeit gegen einen Besuch des Restaurants in Berkenbaum. Es gebe Kunden, die würden ihn anrufen und sich entschuldigen, mit den Worten: „Wir essen erstmal woanders, wenn die Baustelle weg ist, kommen wir wieder vorbei.“ Ortsfremde Gäste würden anrufen, wenn sie die Umleitung nicht finden oder sie das Navi über Schleichwege führt und sich oftmals verspäten.

Dass es im kommenden Jahr wieder zu einer Sperrung kommen wird, hat Funke akzeptiert. Er hofft allerdings, dass der für die Baustelle zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW eine einspurige Ampelregelung zu den arbeitsfreien Zeiten – am Wochenende und nach Feierabend – zulässt. Einen entsprechenden Antrag hat die UWG zur nächsten Ratssitzung, die am 24. November stattfindet, eingereicht (wir berichteten).

Eine Anfrage der MZ beim Landesbetrieb konnte bis Redaktionsschluss nicht beantwortet werden.

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