Sechs Monate auf Bewährung und 900 Euro Strafe

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(Symbolbild)

Kierspe - „Das ist keine zweite Akte, sondern ihr Auszug des Bundeszentralregisters“, bemerkte der Richter im Amtsgericht Meinerzhagen, während er einen dickeren Stapel Papiere in die Luft hielt. Tatsächlich kassierte der Mann auf der Anklagebank an diesem Tag bereits seine 19. Voreintragung.

Mal wieder wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Dafür hat er schon viele Geldstrafen bekommen und sogar insgesamt mehr als zwei Jahre im Gefängnis verbracht. Dieses Mal entschied der Richter auf sechs Monate Haft mit Bewährung und eine Sperre zur Wiedererlangung seiner Fahrerlaubnis von zwölf Monaten.

Am 4. März war der 46-Jährige mit einem Pkw unter anderem am Loher Hammer in Kierspe unterwegs, obwohl er keine Fahrerlaubnis hat. Aufgeflogen war die verbotene Tour durch einen Polizisten außer Dienst. Dem fiel der, den Beamten bestens bekannte Mann, sofort auf.

Der Angeklagte fuhr hinter dem Polizisten her. Dabei vollzog er merkwürdige Manöver: Schwenker nach links und rechts, Tempo 30 bei erlaubten 100 und grundloses Abbremsen bis zum Stillstand. Dass es doch einen Grund für dieses Verhalten gab, erklärte der Kiersper im Gericht. Als Mitarbeiter einer Autowerkstatt habe er den Wagen einer Kundin auf TÜV-Tauglichkeit geprüft.

Der Polizist hatte die Fahrweise dem Alkohol (etwa 1 Promille), die der Angeklagte im Körper hatte, zugeschrieben. Deshalb war auch nicht nur das vorsätzliche Fahren ohne Fahrerlaubnis, sondern zudem eine fahrlässige Trunkenheitsfahrt angeklagt. Doch der Richter gab zu, dass es sich durchaus um eine Testfahrt gehandelt haben könnte.

Damit sei das Manöver keine alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit, weshalb es in diesem Punkt auch keine Strafe gab. Als Auflage für die sechs Monate auf Bewährung für das Fahren ohne Fahrerlaubnis muss der Angeklagte 900 Euro an die Staatskasse zahlen. Außerdem muss er sich für die Zeit von drei Jahren straffrei führen. Andernfalls droht der Widerruf der Bewährung und damit das Gefängnis. „Leben Sie wohl. Ich vermeide absichtlich, auf Wiedersehen zu sagen“, verabschiedete der Vorsitzende seinen regelmäßig wiederkehrenden Besucher.

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