Mit dem 40-Tonner durch den Vorgarten

Für eine kaputte Straße und Schäden an den Vorgärten sorgen verirrte Lkw in Kierspe-Loh.

KIERSPE ▪ Fast regelmäßig wiederholt sich im kleinen Kiersper Ortsteil Loh das gleiche, für die Anwohner unschöne, Schauspiel. „Mindesten einmal im Monat steht hier wieder einer“, sagt Manfred Völker, und meint einen Lkw, der meistens nicht mehr vor oder zurück kann, auf der mehr als schmalen Ortseinfahrt.

Darunter waren auch schon ein paar 40-Tonner, wie zuletzt am Freitag, 14. Januar. An diesem Tag litt abermals besonders der Straßenbelag und ein kleiner Hang an der einzigen kleinen Kreuzung des Dorfes. Zuvor waren aber auch schon regelmäßig die anderen anliegenden Grundstücke in Mitleidenschaft gezogen worden. So walzten die großen Fahrzeuge schon Zäune, Blumenbeete, Hecken und das einzige Bushaltestellenschild nieder. Anwohner Manfred Völker hat seinen Zaun schon komplett abgebaut. Denn am Ort ist einfach kein Platz für Lkw zum Wenden, ohne dabei Schäden zu verursachen. Rückwärts trauen sich allerdings nur wenige Lkw-Fahrer wieder aus dem Ort heraus zu fahren, dann aber sorgen sie für Schäden an der Straße, die für solche Gewichte nicht ausgelegt ist.

Dabei stellt sich die Frage warum die Lkw-Fahrer nicht schon bei der Ortseinfahrt – kurz hinter Berkenbaum – bemerken, dass es an dieser Stelle für sie nicht weitergeht. Was den Beeinträchtigten vor Ort dazu noch negativ aufgefallen ist, war die Kaltschnäuzigkeit einiger Fahrer. Da werden dann provisorisch Zaunpfähle wieder aufgestellt, aber meistens steigen die Lkw-Fahrer gar nicht aus.

Als Grund für die verfahrenen Lastkraftwagen sehen die Anwohnerfamilien vor allem ein fehlendes Schild an der Abbiegung nach Loh. Am Abzweig von der L528 nach Berkenbaum steht ein Lkw-Verbotsschild, allerdings mit der Einschränkung, dass bis Berkenbaum die Durchfahrt erlaubt ist. Erst nach dem Kiersper Ortsteil kommt dann die endgültige Ausbremsung der Lkw die durch ihre Navigationsgeräte über diese Strecke ins Volmetal geleitet werden. Dann geht die Straße weiter nach Bollwerk, doch ein diesmal eindeutiges Schild verbietet den Brummifahrern die Durchfahrt, und genau an dieser Stelle liegt der Abzweig nach Loh.

Jetzt wünschen sich die Anwohner eigentlich nur eines: Ein Durchfahrt-Verboten-Schild für Lkw für die Straße nach Loh. Dafür ist allerdings der Märkische Kreis zuständig, der neue Schilder nach Absprache mit der Polizei und der Stadt in Auftrag geben kann. Auf MZ-Anfrage betonte Joachim Pieper vom Fachdienst Verkehrssicherung des Märkischen Kreises, dass das Problem in der Diskussion sei und es schon ein Gespräch mit der Stadt Kierspe gegeben habe. Die Lösung mit Hilfe eines Durchfahrverbots für Lkw würde ja auch ein Ende von Anlieferungen nach Loh bedeuten, gab Pieper zu bedenken. ▪ David Schröder

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