60 Meter Fahrstrecke werden Kiersper zum Verhängnis

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Kierspe - Knapp 60 Meter Fahrstrecke reichten aus, um einen Kiersper auf die Anklagebank des Amtsgerichts Meinerzhagen zu bringen. Dort wurde der 36-Jährige am Dienstag zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung verurteilt.

Der Angeklagte hatte nämlich gar keinen Führerschein. Die Tat gab der Mann sofort zu. Dann berichtete er ausführlich vom Geschehen: Er sei mit seiner Familie spazieren gewesen. Als sie nach Hause fahren wollten, sei das Auto nicht mehr angesprungen. Ein Kumpel habe sie abgeholt. Das war gegen 19 Uhr. Zuhause habe er dann einen Bekannten kontaktiert, der mit ihm zurück zum Auto gefahren sei, um zu versuchen, es wieder in Gang zu kriegen. Das war gegen 0.45 Uhr. Die Uhrzeit erklärte der Kiersper damit, dass das Auto am nächsten Morgen gebraucht worden sei.

Durch einen Trick konnte der Wagen tatsächlich wieder bewegt werden. Da er keinen Führerschein hatte, sollte seine Frau das Auto später abholen. Um es nicht auf der Straße stehen zu lassen, habe der Kumpel es an die Seite gefahren. Das war dem Anwohner aufgefallen. Er wollte, dass das Fahrzeug von seinem Grundstück verschwand.

Bekannter flüchtet vor Polizeistreife

Eigentlich hätte der Bekannte den Wagen wegfahren sollen. Als der jedoch eine Polizeistreife entdeckt hatte, sei er abgehauen. „Er hat gesagt, er will nichts mit der Polizei zu tun haben. Dann hat er mir die Schlüssel in die Hand gedrückt und ist verschwunden“, erklärte der Angeklagte. Also habe er den Wagen selbst wieder auf umständliche Weise gestartet und sei dann etwa 60 Meter weiter gefahren. Wer der Bekannte war, wollte der Angeklagte nicht sagen: „Er hat einigen Dreck am Stecken.“

Der Grundstückseigentümer gab am Dienstag im Zeugenstand an, er habe den Wagen ohne Licht fahren sehen. Das sei ihm um diese Uhrzeit komisch vorgekommen. Deshalb habe er die Polizei alarmiert. Später sei er zum Angeklagten gegangen und habe ihn gebeten, das Fahrzeug zu versetzten. Der habe dann an der Beifahrerseite herum gefummelt, bis das Auto endlich angesprungen sei.

Angeklagter kein unbeschriebenes Blatt

Beim Angeklagten handelt es sich um kein unbeschriebenes Blatt. Der Richter brachte es beim Blick in den Bundeszentralregisterauszug auf den Punkt: „Eintragungen ohne Ende.“ 15 an der Zahl brachte er zum Prozess mit. Die meisten einschlägig, weshalb er auch schon einige Monate im Gefängnis verbracht hatte. Zusätzlich zu den drei Monaten Haft auf Bewährung verhängte der Richter eine sechsmonatige Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis und ein separates Fahrverbot von drei Monaten. Bei einer nochmaligen Tat drohe der Einzug des Fahrzeugs, machte der Vorsitzende deutlich.

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