Haftbefehl

Zeugen reisen weit an - doch Angeklagter aus dem Volmetal fehlt

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Gericht (Symbolfoto)

Drei Zeugen mussten aus Berlin, Hannover und Salzgitter anreisen, doch dem Angeklagten war schon die Anreise aus Schalksmühle zu weit.

Kierspe/Lüdenscheid - So blieben im Amtsgericht Lüdenscheid Richter Andreas Lyra, zwei Schöffen, ein Verteidiger, ein Staatsanwalt, ein Protokollführer und zwei weitere Zeuginnen aus Kierspe unter sich – insgesamt elf Prozessbeteiligte. Die lange Anfahrt einer Zugbegleiterin und zweier Bundespolizisten erklärte sich mit einer Fahrt des Angeklagten im ICE von Berlin nach Dortmund. Kurz vor Wolfsburg stellte die Zugbegleiterin offenbar fest, dass der 31-Jährige keinen gültigen Fahrausweis hatte.

Anstatt wie verlangt in Wolfsburg auszusteigen, soll er die Bahn-Mitarbeiterin beleidigt haben. Schließlich kamen die beiden Bundespolizisten ins Spiel, was die Situation offenbar eskalieren ließ: Eine der beiden Anklagen warf dem Schalksmühler Beleidigung und einen tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor. Einer der beiden Polizisten bat um Aufklärung über das Urteil, das zu einem anderen Zeitpunkt gefällt werden muss. Dazu sollen die drei Zeugen wegen der langen Anfahrt möglichst nicht noch einmal geladen werden.

Haftbefehl erlassen

Beim zweiten Tatvorwurf fällt die Aufklärung leichter. Dem Angeklagten wird ein räuberischer Diebstahl im Netto-Markt in Kierspe vorgeworfen. Ein solcher liegt dann vor, wenn ein Dieb mit Gewalt versucht, im Besitz des gestohlenen Gutes zu bleiben. Die Mindeststrafe für dieses Delikt ist jener für einen Raub gleichgestellt: ein Jahr Haft. Hintergrund der Taten soll eine Drogenabhängigkeit des Angeklagten sein.

Richter Andreas Lyra erließ einen Haftbefehl gegen den 31-Jährigen, um ihn beim nächsten Hauptverhandlungstermin nicht erneut vermissen zu müssen.

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