Kämmereileiterin plant bereits den Etat für 2015

Kämmereileiterin Kerstin Steinhaus-Derksen ist derzeit schon voll mit der Etataufstellung 2015 befasst. Foto: Haase

Kierspe - Zum Schmunzeln hat die neue Kämmereileiterin der Stadt, Kerstin Steinhaus-Derksen, in ihrem Job wenig Gelegenheit: „Unser Bereich stimmt oft eher traurig, denn wir gehen mit dem Geld der Bevölkerung um, was der eine oder andere Kollege manchmal vergisst, denn immer wieder entsteht der Eindruck, dass damit allzu locker umgegangen wird“, erklärt sie nachdenklich.

Die 30-Jährige hat die Sachgebietsleitung zwar offiziell erst zum 1. Mai übernommen, da ihr Vorgänger Kurt Ackermann aber bereits im Februar ausschied, um in den Ruhestand zu treten, hat sie die meisten Aufgaben seitdem schon zusammen mit der stellvertretenden Sachgebietsleiterin Birgitt Werkshage wahrgenommen. Ackermann steht ihr bei Fragen allerdings weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.

Kerstin Steinhaus-Derksen hat nach einer Bankausbildung ihr Wirtschaftsfachabitur an der höheren Handelsschule in Ostendorf gemacht und dann an der Universität Siegen Betriebswirtschaftslehre studiert. Im Oktober 2008 begann sie ihre Arbeit in der Kämmerei.

Als erstes musste sie sich mit ihrem insgesamt sechsköpfigen Team um den Jahresabschluss sowie den Gesamtabschluss der Kommune kümmern, ab Mai ging es dann los mit den Arbeiten zur Aufstellung des Haushaltsplans 2015. „Wir unternahmen eine Abfrage bei den Kollegen nach ihren Planungen und Finanzanforderungen“, berichtet die Kämmereileiterin. Wie immer hörte sie, dass es doch erst das erste Halbjahr 2014 sei und man keine Glaskugel für sichere Vorhersagen habe – aber immerhin muss der Haushalt schon bis Ende November bei der Kommunalaufsicht sein.

Ende Juni gab es dann die Zahlen und es erfolgte die weitere Abstimmung mit den Sachgebieten. „Klar, es kommt immer wieder zu Ausreißern, die mit dem Haushaltssicherungskonzept, das für 2021 den Haushaltsausgleich vorsieht, nicht zu vereinbaren sind. Natürlich würden wir gerne Straßen, Kanalnetz oder Schulen in baulich optimalen Zustand versetzen, doch steht uns das dafür notwendige Budget nicht zur Verfügung“, bedauert sie.

Und dann kommt es doch vor, dass die neue Kämmereileiterin Anlass zum Lächeln hat: „Beispielsweise, wenn einige Kollegen auch nach acht Jahren des Neuen Kommunalen Finanzmanagements NKF immer noch mit alten kameralen Haushaltsstellen argumentieren, das sitzt anscheindend tief“, sagt die Kämmereileiterin.

Nach wie vor fehlen für den Etatplan 2015 noch wichtige Grundlagen: So erwartet Kerstin Steinhaus-Derksen die Modellrechnung des Landes zu den Gemeindefinanzierungsmitteln Ende August. Bislang bildet eine Schätzung des Städte- und Gemeindebundes den einzigen Anhaltspunkt. Im September soll der Haushaltsplan in den Rat eingebracht werden, dann wird er in den Fraktionen sowie im November in den Ausschüssen beraten und im Rat verabschiedet.

Zu den weiteren Aufgaben der Kämmerei und damit natürlich auch der neuen Leiterin gehören ansonsten noch die Haushaltsüberwachung im laufenden Jahr, die Stadtkasse, die Forderungsanzeige und Vollstreckung, die Beteiligungen der Stadt an Gesellschaften sowie verschiedene gemeinnützige Stiftungen. „Aktuell steht zudem die Beschaffung einer neuen Finanzsoftware für die Stadt an, denn KIRP läuft aus. Das Rechenzentrum macht eine Ausschreibung, doch sehen wir uns auch selbst um“, kündigt Kerstin Steinhaus-Derksen an. 2015 soll die parallele Umstellung noch mit der alten Software erfolgen und ab 2016 dann nur noch die neue eingesetzt werden. - Von Rolf Haase

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