Prozess am Amtsgericht

29-jähriger Kiersper soll sich bewähren 

justiuzia
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Das Schöffengericht verurteilte den Kiersper zu einer Haftstrafe von 18 Monaten auf Bewährung.

Mit einer Bewährungsstrafe ist im Amtsgericht Lüdenscheid der Prozess gegen einen 29-jährigen Kiersper zu Ende gegangen, dem eine gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wurde.

Kierspe – Das Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von 18 Monaten auf Bewährung. Der Angeklagte hatte zugegeben, dass er am 22. Februar 2019 einem 27-jährigen Zeugen in dessen Wohnung an der Friedrich-Ebert-Straße ein Messer in den Bauch gerammt hatte.

StadtKierspe
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl16.089 (Stand: 31.12.2020)

Kiersper soll sich bewähren: Gericht folgt Zeugenaussage

Er behauptete, dass er dabei in Notwehr gehandelt habe, nachdem ihn der 27-Jährige mit einem Schlagstock bedroht habe. Das Gericht folgte in seinem Urteil aber der Aussage des Zeugen. Er hatte bestritten, dass er mit einer Waffe auf den Angeklagten losgegangen war. Er habe immer noch Probleme mit der Einstichwunde und weiteren Narben, die von der medizinischen Behandlung herrührten, erklärte er. Die Richter gingen in ihrem Urteil nach Anhörung weiterer Zeugen davon aus, dass der Angeklagte sich nicht in einer Notwehrsituation befunden hatte, als er zustach.

Anlass für den blutig ausgetragenen Streit war eine Frau: Die damalige Freundin des Angeklagten, die wegen einer Einbruchserie in Kierspe und Meinerzhagen mittlerweile eine mehrjährige Haftstrafe verbüßt, erklärte vor Gericht, was geschehen war. Ihr Freund habe ihr den Drogenkonsum verboten. Deshalb sei sie an jenem Tag zu ihren Bekannten an der Friedrich-Ebert-Straße gegangen, wo sie offenbar mehr Freiheiten genoss.

Ihr eifersüchtiger Freund spürte sie nach einem Hinweis dort auf, und es kam zu dem heftigen Streit mit den anwesenden Männern, der mit dem Messerstich endete. Der Angeklagte gab auch zu, dass er den Wohnungsinhaber „ein bisschen gröber geschubst“ und mit dem Kopf gegen eine Wand geschlagen habe. Dazu kamen Faustschläge und Prügel mit einem mitgebrachten Plastikrohr. Es war nachvollziehbar, dass sich der erregte Angeklagte an jenem Tag in einer Ausnahmesituation befunden hatte. Dass zwischen der Tat und ihrer strafrechtlichen Aufarbeitung mittlerweile zweieinhalb Jahre vergangen sind, lag an der mangelnden Greifbarkeit von Zeugen. Drei Anläufe scheiterten. Mittlerweile waren zwei von ihnen in Haft, was die sichere Anreise erleichterte. Nur ein Zeuge fehlte noch, weshalb ein Fortsetzungstermin vor den Plädoyers und dem Urteil anberaumt werden musste. thk

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