Irrtum der Polizei provoziert zu Beleidigungen

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Kierspe – Ein Irrtum, mutmaßlich vonseiten der Polizei, ließ die Beamten in der Nacht des 8. Oktober vergangenen Jahres plötzlich vor der Tür eines 28-jährigen Kierspers stehen.

Der war wenig erfreut darüber und begann sofort die Polizisten zu beleidigen. Ergebnis: 800 Euro Geldstrafe, verhängt vom Amtsgericht Meinerzhagen. In der besagten Nacht wurden die Beamten zu einem Fall von häuslicher Gewalt zwischen Mutter und Sohn gerufen. Vor Ort angekommen, hatte sich der Sohn bereits in seine Wohnung in Kierspe zurückgezogen. Diese befand sich nicht nur in demselben Haus wie die des Angeklagten, sondern auch noch auf derselben Etage.

Statt beim Sohn klingelten die Polizisten beim Angeklagten, der gar nichts mit dem Vorfall zu tun hatte. Aus dem Schlaf gerissen, wusste der 28-Jährige zunächst gar nicht, wie ihm geschah. Die Beamten forderten ihn auf, sich auszuweisen. Dem kam der Kiersper aber nicht nach. „Mein Ausweis war unten im Auto. Ich durfte ihn nicht holen“, gab er im Gericht an. Er habe aber an ihn adressierte Briefe vorgelegt, die einen ganz anderen Namen als den des Gesuchten zeigten.

Erst das Dazuholen der Mutter des eigentlich Verdächtigen konnte die Verwechslung aufklären. Bis dahin hatte sich der Angeklagte allerdings schon ordentlich daneben benommen, die Polizisten die ganze Zeit über geduzt, sie als bescheuert bezeichnet und weitere, weitaus heftigere Beschimpfungen zum Besten gegeben. „Ich bin ausgerastet. Ich war nur in Unterhose“, räumte der Mann vor Gericht ein. Außerdem habe er früh für die Arbeit aufstehen müssen.

Eine Polizistin erklärte im Zeugenstand des Amtsgerichts Meinerzhagen, dass die Beschreibung des Gesuchten genau auf den Angeklagten gepasst hätte. Und auch Kleidung, wie er sie getragen haben soll, seien beim Kiersper gefunden worden. Während sich die Polizisten sicher waren, die Mutter habe die linke Wohnung als „Täterwohnung“ angegeben, beteuerte die 50-Jährige im Zeugenstand, die rechte genannt zu haben. Wie es zu der Verwechslung gekommen war, spielte letztlich aber keine Rolle. Der jetzt Angeklagte hatte sich wegen Beleidigung strafbar gemacht. Seine erste Straftat. Für den Ärger des Angeklagten zeigte der Richter zwar Verständnis. Aber: „Sie sind zu weit gegangen.“

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