Fahrverbot und Geldstrafe für Fahrerflucht

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Symbolbild

Kierspe - Ihre Angst, die künstlichen Kniegelenke könnten etwas abbekommen haben, war bei einer 74-Jährigen groß, als sie am 17. Juni vergangenen Jahres auf dem Rewe-Parkplatz an der Friedrich-Ebert-Straße in Kierspe von einem Auto erfasst worden war.

Die Rentnerin hatte jedoch Glück im Unglück und kam mit einer Wadenprellung davon. Verursacht durch einen 24-Jährigen, der die Frau beim Ausparken übersehen hatte. „Sie muss im toten Winkel gewesen sein“, versuchte der Mann im Amtsgericht Meinerzhagen den Unfall zu erklären. Ihm wurden fahrlässige Körperverletzung und Unfallflucht vorgeworfen.

Noch vor Eintreffen der Polizei war der Kiersper einfach weggefahren. Davor habe er die Frau aber durch das Fenster gefragt, ob alles in Ordnung sei, erklärte der Angeklagte. Die Rentnerin habe etwas genuschelt und sei dann ganz normal weitergelaufen. Daraufhin habe auch er den Unfallort verlassen, sei aber kurz darauf noch einmal zurückgekehrt, um sich zu vergewissern, dass wirklich nichts passiert war.

Den Anstoß an sich habe er nicht bemerkt. Er habe lediglich registriert, dass die 74- Jährige sehr nah an seinem Fahrzeug gestanden habe. Das bestätigte auch die Freundin und Beifahrerin des Angeklagten. Die Geschädigte gab im Zeugenstand an, plötzlich einen Schlag am Bein verspürt zu haben. Den Fahrer des Wagens, der sie erwischt hatte, habe sie nicht gesehen.

Er sei nicht ausgestiegen, sondern habe lediglich aus dem Auto heraus gefragt: „Ist was?“ Sie habe gesagt, dass sie Schmerzen habe, erklärte die Rentnerin. Sie gab aber zu, recht leise gesprochen zu haben, sodass sie nicht sicher sein könnte, dass der Angeklagte das gehört hatte. So oder so hätte der 24-Jährige an der Unfallstelle warten müssen, womit er eine Unfallflucht begangen hatte.

Am Ende gab es für den Kiersper die erste Strafe seines Lebens: 2700 Euro und zwei Monate Fahrverbot. Ein zweiter Vorwurf, wonach der Angeklagte an einer Tankstelle an der Oststraße in Meinerzhagen 38,56 Liter Diesel für 47,39 Euro getankt, aber nicht bezahlt hatte, stellte das Gericht im Hinblick auf die schwerwiegendere Straftat ein.

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