„Verkehrswidrig und rücksichtslos“

Kierspe/Meinerzhagen - Ein 18-jähriger Kiersper hat seinen Führerschein seit knapp drei Monaten, als er mit Freunden am 29. August vergangenen Jahres ein Fastfood-Restaurant in Meinerzhagen besucht. Und zwar mit dem Auto seines Bruders. Auf dem Rückweg ist er statt mit den erlaubten 60 mit 100 Kilometern pro Stunde auf der L 528 unterwegs. Gegen 20.25 Uhr verliert der Fahranfänger bei einem Überholmanöver trotz durchgezogener Linie auf Höhe der Einmündung Erlenweg die Kontrolle über den Wagen. 

Das mit fünf Personen voll besetzte Fahrzeug gerät in den Gegenverkehr, kollidiert erst mit einem entgegenkommenden Fahrzeug, dann mit einer Straßenlaterne – Schaden am anderen Fahrzeug etwa 6.000, an der Straßenlaterne 3.000 Euro.

Im Amtsgericht Meinerzhagen sah sich der Fahrer am Dienstag dafür einem Jugendrichter gegenüber. Der erlegte dem Auszubildenden auf, 500 Euro an Ärzte ohne Grenzen zu zahlen. Zudem verhängte er eine sechsmonatige Sperrfrist zur Wiedererlangung des Führerscheins. Laut Anklageschrift hatte der Kiersper verkehrswidrig und rücksichtslos zwei Wagen überholt und dadurch den Unfall verursacht.

Der 18-Jährige gab an, dass vor ihm plötzlich ein Landrover aufgetaucht sei. Aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit habe er Angst gehabt, auf diesen aufzufahren. „Deshalb bin ich ausgewichen“, erklärte der Angeklagte. Erst dabei habe er bemerkt, dass sich vor dem Landrover ein weiteres Fahrzeug befand. Beide zu überholen habe er dann nicht geschafft. Warum er überhaupt zu schnell gefahren sei, wollte der Richter wissen. Bei lauter Musik hätte im Auto eine gute Stimmung geherrscht, gab der 18-jährige, nicht vorbestrafte Angeklagte zu. Dadurch habe er sich nicht genug auf das Fahren konzentriert.

Das bestätigten zwei als Zeugen geladene Mitfahrer des Mannes. Einer von ihnen befand sich auf dem Beifahrersitz. Er zog sich eine Prellung an der Hand und eine Gehirnerschütterung zu. Der zweite Kumpel saß zum Unfallzeitpunkt hinten rechts. Er trug lediglich einen Kratzer am Finger davon. Beim Fahrer des gegnerischen Wagens stellten die Ärzte ein Schleudertrauma fest. Glück, Zufall und der guten Technik in den Fahrzeugen sei es zu verdanken, dass nicht mehr passiert sei, brachte es der Anwalt des Mannes auf den Punkt. - jape

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