ABK reduziert im Kanal das Fremdwasser

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Die städtische Bauingenieurin Andrea Thelen stellt das neue Abwasserbeseitigungskonzept vor. ▪

KIERSPE ▪ Lagen die Schwerpunkte früherer Abwasserbeseitigungskonzepte vor allem bei großen Neubaumaßnahmen im Rahmen des Ausbaus des Kanalnetzes sowie der Regenrückhaltung, sieht das beim dem neuen Konzept, das gerade den Umwelt- und Bauausschuss passiert hat und für die Jahre 2013 bis 2018 gilt, anders aus: Im Fokus stehen, wie die städtische Bauingenieurin Andrea Thelen erläutert, die Sanierung sowie gezielte Maßnahmen zur Reduzierung des Fremdwassereintrags.

Größtes Projekt ist die Erneuerung des alten Abwassersystems in Rönsahl, wo in den fünf Jahren ab 2014, Reparaturen und Fremdwasserbeseitigung eingeschlossen, 1,435 Millionen Euro investiert werden. Parallel wird der Kanal im Ortsteil Bahnhof in Angriff genommen, wo ebenfalls nach der detaillierten Bestandsaufnahme, die zur Aufstellung des Konzeptes seit Mitte des Jahres durchgeführt wurde, Handlungsbedarf gesehen wird. Doch sind die ersten umfangreicheren Maßnahmen erst 2017 vorgesehen, wo 70 000 Euro veranschlagt sind und ein Jahr später weitere 100 000 Euro. „Das Kanalnetz im Stadtteil Dorf wurde bereits seit 2003 umfangreich saniert. In dem Zuge wurde hier der Fremdwassereintrag deutlich reduziert“, berichtet Thelen. Eine abschließende Sanierungsmaßnahme steht aber auch hier noch an, und zwar im nächsten Jahr für 195 000 Euro. Zur weiteren Fremdwasserreduzierung sollen, unter anderem an der Lindenstraße, bis 2014 weitere 144 000 Euro ausgegeben werden.

Erstmalig wurde das neue ABK in der für alle NRW-Kommunen gleichermaßen geltenden standardisierten Form erstellt, die neben der textlichen Auflistung der einzelnen Maßnahmen zudem eine kartografische Darstellung beinhaltet und so eine schnelle Orientierung ermöglicht. Detailliert erkennbar ist, wohin welches Gebiet entwässert, wie Rönsahl zur Kläranlage Hückeswagen, das Dorf nach Marienheide, der Bahnhof nach Erlen und die Gebiete volmeabwärts wie Vollme oder Bollwerk zur Kläranlage Schalksmühle. Anhand der entsprechenden Symbole zeigt Thelen auf dem Plan die sechs zusätzlich über das Stadtgebiet verteilten Kleinkläranlagen oder auch die verschiedenen Regenrückhaltebauwerke und Pumpen.

Der größte Posten bei den Kanalneubauprojekten im Gültigkeitszeitraum ist der Abschluss der Entwässerung von Höhlen, die 2013 noch einmal mit 160 000 Euro im ABK zu Buche schlägt. Ansonsten sind im Wesentlichen im Rahmen der Komplettierung früherer Maßnahmen nur noch Anschlüsse einzelne Häuser vorgesehen wie bis 2015 in Elbringhausen und Limpurg, wofür 130 000 Euro veranschlagt sind. Letzte Gebäude sollen zudem bis 2016 noch in Rönsahl am Feldhofer Weg, an der Hauptstraße und Am Kerstenberg für 55 000 Euro angebunden werden. Eine weitere Kanalneubaumaßnahme ist für 2014 Am Hang in Vollme geplant, hierfür wurden Kosten von 120 000 Euro kalkuliert.

Das Regenrückhaltebauwerk an der Bachstraße soll im kommenden Jahr für 14 000 Euro optimiert werden, Pumpenanlagen werden in dem und im nächsten Jahr in den Bereichen Vor den Eicken, Erlenweg und Haus Sänger für insgesamt 45 000 Euro instandgesetzt, wobei es teilweise um die Reduzierung des Fremdwassers geht. Andere Maßnahmen zu diesem, Zweck sind Erlen/Grünenbaum (2013, 45 000 Euro), Herlinghausen (2014, 15 000 Euro), an der Volmestraße im Bereich von Bachverrohrungen und -querungen (2015 und 2016, 90 000 Euro) sowie Kölner Straße/Drosselweg (2017, 40 000 Euro).

Von Rolf Haase

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