Treffen mit Imker Klaus Loskand anlässlich des Weltbienentags

Honigbiene: Unverzichtbare Sympathieträger

Weltbienentag - Imker - Honigbiene
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Klaus Loskand ist Vorsitzender des Imkervereins Kierspe-Meinerzhagen. Ein wichtiges Utensil ist auch die Imkerpfeife. Der Rauch wirkt beruhigend auf die Bienen.

Klarer Fall: Dass im Ranking der in Deutschland wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere das Rind und das Schwein die vordersten beiden Plätze einnehmen, liegt nahe und verwundert wenig. Umso überraschender – zumindest für den Laien – mutet allerdings der dritte Rang an. Denn diesen hat die Honigbiene inne, wie Klaus Loskand deutlich macht.

Kierspe/Meinerzhagen - Mit dem Vorsitzenden des Imkervereins Kierspe-Meinerzhagen traf sich die MZ anlässlich des Weltbienentages (siehe Infokasten). Die hohe Platzierung der Honigbiene liege übrigens eher zum geringeren Anteil an ihrer Rolle als Honigproduzent, sondern vielmehr an ihrer Funktion als Bestäuber, erklärt Klaus Loskand. „80 Prozent der heimischen Blütenpflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen.

Die Honigbiene hat daran einen großen Anteil. Der volkswirtschaftliche Nutzen dieser Bestäubungsleistung wird von Experten allein in Deutschland auf jährlich rund 2 Milliarden Euro geschätzt“, betont der Kiersper. „Die Honigbiene ist in unserer Gesellschaft zu einem echten Sympathieträger geworden“, freut sich Klaus Loskand. Auch zum Thema „Bienensterben“ hat er – zumindest hinsichtlich der Honigbiene – Beruhigendes und Erfreuliches mitzuteilen. „Wenn in den Medien seit fast zwei Jahrzehnten vom ,Bienensterben’ berichtet wird, denken Laien als erstes an Honigbienen und befürchten durch diese Berichte ihr Aussterben.

Aber: Solange es fürsorgliche Imker gibt, werden Honigbienen nicht aussterben“, sagt der Imkervereins-Vorsitzende, der auf eine überaus positive Entwicklung in den beiden Volmestädten zurückblicken kann. „Seit 2011 hat sich nicht nur die Zahl der Imkerinnen und Imker in Kierspe und Meinerzhagen ständig erhöht, sondern eben auch die Gesamtzahl der Honigbienenvölker. Die Bienendichte hat sich in unserem Vereinsgebiet in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt“, erzählt Klaus Loskand.

581 Bienenvölker

So habe der Verein nach aktuellem Stand 102 Mitglieder und die Zahl der Bienenvölker belaufe sich auf 581.
Sorgen bleiben trotzdem – und zwar besonders mit Blick auf die Wildbiene. „Über 60 Prozent der circa 560 Wildbienenarten sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. An erster Stelle ist dafür der Lebensraumverlust ursächlich: beispielsweise durch Versiegelung von Landschaftsräumen, Ausweitung von Wohn- und Gewerbegebieten sowie monotone Gartengestaltung“, erklärt der Volmestädter.

Bienen leben und arbeiten in großen Völkern zusammen.

Bei den Honigbienen sei zwar weiterhin die Varroose (Befall durch die Varroamilbe) die Haupttodesursache, doch auch sie würden in ihrer Robustheit und Widerstandskraft durch Nahrungsmangel geschwächt, weiß Klaus Loskand. „Wild- und Honigbienen ist deshalb nicht nur durch die Vermeidung der weiteren Zerstörung von Lebensräumen geholfen, sondern auch durch ein besseres Angebot an Nährpflanzen, zu dem jeder beitragen kann.“

Hierfür seien – ganz gleich, ob heimischer Garten, Terrasse oder Balkon – vor allem pollen- und nektarreiche Pflanzen hilfreich. „Und oft kann man schon mit ganz einfachen Mitteln helfen: Lasst den jetzt wieder überall gelb blühenden Löwenzahn doch bitte erst zur Pusteblume werden, anstatt ihn direkt zu entfernen“, appelliert Klaus Loskand. „Das sind in der Regel nur wenige Tage zusätzliche Wartezeit.“

Weltbienentag

Seit 2018 findet jährlich am 20. Mai der Weltbienentag statt. Laut Wikipedia ist dieses Datum der Geburtstag des Pioniers der modernen Imkerei Anton Janscha (1734-1773). Unter anderem war der Slowene Hofimkermeister von Fürstin Maria Theresia von Österreich (1717-1780) sowie Leiter und Dozent der Schule zur Förderung der Bienenzucht. Ein weiterer wichtiger Tag für die Tierwelt ist übrigens schon übermorgen: Denn der 22. Mai ist der internationale Tag der Artenvielfalt.

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