Coronavirus in Halver

Zwischen Tests und Impfungen - Corona-Alltag in einer Arztpraxis

Corona Arztpraxis
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Alltag beim Hausarzt.

Die Menschen in der Gesellschaft sind aufgeteilt: in Infizierte und Nicht-Infizierte. Auch in der Praxis von Dr. Hans-Joachim Rüdiger in Oberbrügge gibt es klare Trennungen.

Oberbrügge - An den meisten Stunden des Tages kommen Patienten zu Hans-Joachim Rüdiger, die andere Themen als Corona haben. Einen großen Teil machen auch in seiner Praxis Grippe-Impfungen aus. Mehr als 200 Patienten, die älter als 60 Jahre sind oder zur Risikogruppe gehören, hat er bereits geimpft. Jetzt ist der Impfstoff allerdings aus, sagt Rüdiger. „Wir erwarten in den kommenden Tagen 70 Lieferungen.“ Die sind dringend notwendig, sagt er. In dieser Zeit ist die Impfung auch eine klare Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums. Gerade in der Corona-Pandemie rät Gesundheitsminister Jens Spahn zur Grippeschutzimpfung: „Gleichzeitig eine größere Grippewelle und die Pandemie kann das Gesundheitssystem nur schwer verkraften.“ Vor allem Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen. Auch in Halver kommen die Ärzte dieser Empfehlung nach.

Auch Reiserückkehrer kommen zum Arzt

Um 11 Uhr beginnt die Zeit der möglicherweise Infizierten in der Praxis in Oberbrügge. Jeden Vormittag werden Patienten mit Symptomen auf Covid-19 getestet. Auch Reiserückkehrer kommen zum Internisten, und noch dreimal dieses Jahr wird Rüdiger Personen testen, die aufgrund ihres Berufs regelmäßig getestet werden dürfen, auch wenn sie keine Symptome haben.

Den Test führt immer der durch, der gerade Zeit hat. Mit Schutzausrüstung wird in den Räumen der Praxis getestet. Aber eben nur in einer Zeitspanne, in der kein anderer Patient in der Praxis ist. Die meisten Ergebnisse waren in den vergangenen Wochen negativ, aber Montag waren es zwei positive. Und die Zahlen werden steigen, ist sich auch der Mediziner sicher. Die kommenden Wochen werden „schlecht“, wie er voraussagt.

„Wir sind noch nicht über den Berg, und es nimmt noch zu“, sagt Hans-Joachim Rüdiger. „Ich weiß nicht, ob das nicht alles auf einen Lockdown hinausläuft.“

Traurige Wahrheit im Frühjahr

Er rät dazu, sich an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten und die sozialen Kontakte zu beschränken. „Ich habe kein Verständnis für Menschen, die sich nicht daran halten.“ Patienten, die die Pandemie hinterfragen und alternative Wahrheiten meinen zu kennen, kennt er nicht. „Die halten sich von meiner Praxis fern“, sagt er und lacht. „Das sind dumme Leute, die die Wahrheit nicht erkennen wollen.“

Zu der traurigen Wahrheit gehört bei Rüdiger auch ein Patient, der Anfang des Jahres an Covid-19 erkrankt war. Mit Husten, Fieber und einer Lungenentzündung hat Rüdiger den Patienten ins Krankenhaus eingewiesen. Fünf Wochen Beatmung – ohne Erfolg. „Das war ganz traurig“, erinnert er sich. Insgesamt sind drei Halveraner seit Ausbruch der Pandemie in Verbindung mit dem Virus gestorben.

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