Zwischen Historie und Shopping

HALVER ▪ 15 Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis elf des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) besuchten im Rahmen eines Schüleraustauschs kürzlich die englische Hafenstadt Portsmouth und die dortige Grammar School – und kehrten mit zahlreichen Erlebnissen und neuen Erfahrungen im Gepäck zurück in die Heimat.

Mit dem Flugzeug ging es vom Flughafen Köln-Bonn aus nach London und von der englischen Hauptstadt aus mit dem Zug nach Portsmouth. Dort wurden die AFG-Schüler und die beiden begleitenden Lehrer Monika Barkley und Walter Hartel von den Briten empfangen, die vor rund drei Monaten zu Gast in Halver gewesen waren.

Das Ankunftswochenende war dazu gedacht, sich bei den Gastfamilien einzufinden, die sich ihrerseits ein abwechslungsreiches Programm ausgedacht hatten, darunter der Besuch eines Konzerts der Gruppe „Take That“ und einer Motorshow.

Am Montag stand der erste Besuch der Portsmouth Grammar School (PGS) auf dem Programm, wo Schulleiter James Priory den Besuch aus Deutschland persönlich begrüßte und die Tradition des seit nunmehr 21 Jahren vorgenommenen Austauschs betonte. Weil an der PGS ein Schulsportfest stattfand, besichtigten die AFG-Schüler die königlichen Hafenanlagen der Stadt und die dort ankernden historischen Schiffe.

Lord Nelsons Flaggschiff Victory, eingesetzt in der Schlacht von Trafalgar, forderte den Besuchern bei ihrem Rundgang einiges ab, denn steile Treppen führten hinab in den Schiffsbauch. Während ein Fremdenführer über das Leben an Bord des Schiffes während der Schlacht von 1805 sprach, hieß es für die Schüler immer wieder, den Kopf einzuziehen angesichts der zahlreichen niedrig hängenden Balken und sich in geduckter Haltung zu bewegen, um die verschiedenen Kanonendecks zu erreichen. Anschließend standen der Besuch des Mary-Rose-Museums, eine Hafenrundfahrt und das Besteigen der 100 Meter hohen Aussichtsplattform des „Spinnaker Towers“ an.

Nach einer Versammlung in der Kathedrale der Grammar School verlebten die AFG-Schüler am Dienstag an der PGS einen „englischen“ Schultag, Kantinenbesuch inklusive. Es folgten ein Rundgang durch Old Portsmouth mit den historischen Hafenbefestigungen und der Besuch des Einkaufszentrums in der „Gun Wharf“.

Höhepunkt des Austauschs war am Mittwoch die Fahrt nach London mit den Stationen Millenium Wheel, Themse-Ufer, Westminster Bridge und Westminster Abbey und Buckingham Palace. Einen bleibenden Eindruck hinterließ die St. Paul’s Cathedral – nicht nur wegen des atemberaubenden Aussicht von der Kuppel aus. Am Trafalgar Square folgte eine Einweisung in das Lesen der Fahrpläne der Londoner U-Bahnen, ehe sich die Schüler in Kleingruppen auf den Weg machten, um die Metropole und vereinbarte Sehenswürdigkeiten wie das Kaufhaus Harrods selbstständig zu erkunden.

Fährüberfahrt und Besuch des D-Day-Museums

Nach einer Überfahrt mit einer Fähre in das U-Boot-Museum in Gosport ging es ins D-Day-Museum, das den Schülern die Einzelheiten der Landung der Alliierten in der Normandie nahe brachte, bevor die AFGler wie an jedem Tag ihre jeweiligen Partner zum Schulschluss um 15.50 Uhr an der Schule trafen, um den Nachmittag und Abend gemeinsam zu verbringen.

Am Freitag stand der Besuch von Winchester, der Hauptstadt der Grafschaft Hampshire, auf dem Programm. Nachdem die „Townhall“ und die Eichenplatte der sagenumwobenen Tafelrunde der Ritter um König Artur bestaunt worden waren, wurden die AFG-Schüler über das Leben und Lernen in der ältesten Privatschule des Landes, dem Winchester College, informiert.

Am Samstagmorgen machten sich die Besucher schließlich wieder auf den Heimweg – und mussten beim Abschied von den Schülern aus Portsmouth nach einer erlebnisreichen Woche so manche Abschiedsträne verdrücken.

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