Zwischen Erotik und Tragik

Aufreizende Kostüme und Choreografien rundeten das Bühnebild in der Aula des AFG ab. ▪

HALVER ▪ In der letzten Szene lässt der Hauptdarsteller den Kopf hängen. Traurig ob des tragischen Endes, das seine Liebesgeschichte genommen hat. Als der letzte Vorhang fällt, ist es zunächst still. Dann erheben sich die Zuschauer in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums von ihren Plätzen und applaudieren minutenlang. Nicht wegen des tragischen Endes, sondern um die Aufführung des Musicals „Moulin Rouge“ zu feiern.

Am Mittwochabend ist die Premiere des Stücks gewesen, an der über 70 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe als Darsteller, Tänzer und im Chor beteiligt sind. An drei Abenden wird „Moulin Rouge“ nach der Vorlage des gleichnamigen Musical-Films aus dem Jahr 2001 aufgeführt. Klassische Musik und Tänze und eine im 19. Jahrhundert spielende Handlung werden mit Poprock-Songs – von den Darstellern live gesungen – sowie aufreizenden Kostümen kombiniert.

Der Schriftsteller Christian, gespielt von Sascha Seibel, erzählt seine Geschichte im Rückblick. In Paris hat er ein Jahr zuvor an der „Revolution der Bohème“ teilnehmen wollen. Der ebenso unbekannte wie mittellose Autor versucht, sich im „Moulin Rouge“ als berühmter Schriftsteller auszugeben und verliebt sich dabei in den Star des Varieté-Theaters: Satine, gespielt von Hannah Kramer. Beide verlieben sich ineinander. Weil das „Moulin Rouge“ jedoch auf die Zahlungen des reichen Duke angewiesen und Satine dem Finanzier versprochen ist, muss die Beziehung geheim bleiben. Der eifersüchtige Duke kommt bald hinter das offene Geheimnis, wird in der finalen Szene allerdings daran gehindert, seinen Nebenbuhler zu erschießen. Als sich Christian und Satine in die Arme fallen, stirbt die unter Schwindsucht leidende Protagonistin.

Während der Aufführung beweisen die Schülerinnen und Schüler Improvisationstalent und Humor. Sprechfehler werden mit einem Lächeln quittiert, aus einem Duett kurzerhand eine Solonummer gemacht, weil ein Mikrofon ausgefallen ist. Die kleinen Macken haben ihren Charme – und tragen dazu bei, die gelungene Aufführung auch noch überaus sympathisch zu machen. ▪ Sven Prillwitz

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