Zwischen atmosphärisch und aggressiv

Caleya machen sich am 13. August aus Hamburg auf den Weg nach Halver.

HALVER ▪ Am 13. August werden neun Bands und drei Liedermacher ab 13 Uhr den Rathauspark beschallen. Der Allgemeine Anzeiger stellt erneut drei Combos vor, die bei der achten Auflage des Midsummer Open Airs die Bühne entern werden.

In den BeNeLux-Ländern ist die Gruppe „I Am Oak“ längst ein Begriff. Nun wollen sich die Niederländer, die kürzlich ihr aktuelles Album „Oasem“ veröffentlichten, auch in Deutschland verstärkt Gehör verschaffen. Aus dem einstigen Ein-Mann-Projekt hat Gründer Thijs Kuijken mittlerweile eine Band formiert, die nach eigenen Angaben „warme und beruhigende Songs“ spielt. Im Vordergrund stehen Akustikgitarre und tragender Gesang, die „strategisch kombiniert“ werden mit mehrstimmigem Chören sowie Banjo, Bass und minimalistisch gespieltem Schlagzeug.

In eine gänzlich andere musikalische Kerbe schlagen „Poison My Blood“: Das Quintett aus Belgien wartet mit einer progressiven Mischung aus Hardcore und Metal auf, deren Markenzeichen eingängige Melodien, harte Riffs und vor allem die ebenso druckvolle wie aggressive Stimme von Frontmann Wouter sind. Trotz der überwiegend harten Töne lassen die Songs Raum für Melodiebögen und Riffs, die atmosphärische Stimmung erzeugen. Dass die Belgier auf einem guten Weg sind, beweist die Tatsache, dass die zweite Compactdisk der Band mit dem Titel „The Great Northern“ auf dem bekannten Münchner Hardcore-Label „Let It Burn Records“ erschienen ist.

Ebenfalls zwei Alben haben „Caleya“ aus Hamburg bislang vorzuweisen, dazu eine gemeinsame Veröffentlichung mit „The Hirsch Effekt“. Das aktuelle Werk mit dem Titel „Trümmermensch“ brachten die Hansestädter übrigens auf Midsummer Records heraus, dem Plattenlabel der Organisatoren des gleichnamigen Open Airs, Tim Masson und Christian Janzen. „Caleya“ setzen auf eine eigenwillige Mischung aus Post-Hardcore und Rock und lassen in ihren Songs ruhige, melodische Parts mit brachialen Klangteppichen und schwerfälligen Passagen verschmelzen. Der Gesang fügt sich in dieses Soundgerüst ein: Die fließenden atmosphärischen Momente begleitet Tobias Lietz häufig mit gesprochenen Worten, ehe die Stimme des Quintetts aus Hamburg ihr wuchtiges Organ nutzt und die harten Töne mit aggressivem Gesang untermalt. ▪ Sven Prillwitz

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