Zweites Innenstadtforum: Arbeitskreise stellen Ideen vor

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Der Alte Markt stand auf der Agenda des Teams „Innenstadtentwicklung“. Die Mitglieder um Matthias Clever möchten unter anderem, dass Platz, Bühne und Umfeld ihren provisorischen Charakter verlieren.

Halver - Eine Attraktivierung und Weiterentwicklung der Halveraner Innenstadt ist das Ziel der Beteiligten des zweiten Innenstadtforums, das am Mittwochabend im Kulturbahnhof stattfand. Die Bürger informierten sich über Projekt- und Gestaltungsideen, die zuvor drei Teams ausgearbeitet hatten.

Von Friederike Domke

„Kultur und Tourismus“, „Innenstadtentwicklung“ und „Einzelhandel“ heißen die Arbeitsgruppen, die sich in den vergangenen Monaten regelmäßig trafen und ihre Ausarbeitungen und Ideen gestern vorstellten.

- Kultur und Tourismus

Die Mitglieder haben sich umfassend mit den Häusern der Kultur (Schieferhäuser und Villa Wippermann) befasst. Gemeinsam mit dem Bürgerzentrum sollen die Räume für kulturelle Projekte für Senioren genutzt werden. Schulen, Kindergärten und die Musikschule sowie das Jugendzentrum können in Verbindung mit den Kulturschaffenden eigene Angebote für Kinder anbieten. Die Team-Mitglieder um Peter Bux könnten sich vorstellen, generationsübergreifende Angebote zu schaffen. So könnten beispielsweise Senioren Angebote für Kinder kreieren.

Hintergrund:

Das Innenstadtforum soll den Bürgern sowie den Vertretern aus Vereinen und Verbänden eine Plattform bieten, gemeinsam mit der Politik und Verwaltung den Umgestaltungsprozess im Rahmen der Regionale 2013 zu diskutieren und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Das erste, nichtöffentliche Innenstadtforum fand im Juni 2014 statt. Im Oktober 2013 informierte die Stadtverwaltung erstmals über diese Form der Bürgerbeteiligung. Unterstützt wurden die Arbeitsgruppen in den vergangenen Monaten unter anderem von der Stadtverwaltung und vom Architekturbüro ASS aus Düsseldorf.

Die Häuser der Kultur bieten im oberen Stockwerk Räume, die sich auch zu Seminarzwecken nutzen lassen. Vorstellbar wäre seitens der Arbeitsgruppe deshalb, Veranstaltungsreihen zu gesellschaftlichen Themen gemeinsam mit Schulen, Krankenkassen oder Unternehmen anzubieten. Hinzu kommen Musikveranstaltungen, die Spielemesse des Jugendzentrums und Kulturevents.

- Innenstadtentwicklung

Das Team rund um die Gestaltung und Entwicklung der Halveraner Innenstadt hofft, dass die Fassaden nach historischen Vorgaben wieder hergerichtet werden – im Sinne des zuvor erstellten Fassadenprogramms. Mittels Förderung möchte die Stadt die ortsprägenden Gebäude attraktivieren. Allerdings, so machte Teamleiter Matthias Clever deutlich, sei es wünschenswert, mehr Geld zur Verfügung zu haben, um so mehr Bürger zum Handeln zu bewegen und durch persönliche Ansprache der Eigentümer das Interesse zu wecken. Die Projektidee zur Beschilderung von Parkplätzen, Versammlungsräumen, Freizeitzentren oder Schulen könnte sich das Team in vereinheitlichter Form mit den anderen Volme-Kommunen vorstellen, um so den Wiedererkennungswert der Region zu stärken.

Darüber hinaus möchte sich die Arbeitsgruppe „Innenstadtentwicklung“ für die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt stark machen – eine Idee wäre eine Boule-Anlage oder ein großes Schachspiel. Einsetzen möchte sich das Team zudem für eine Verkehrsberuhigung am Alten Markt. Man unterstütze die Bemühungen der Stadt Halver, den westlichen Teil der Frankfurter Straße zur Einbahnstraße zu machen (wir berichteten). Der Alte Markt sollte nach Umsetzung des Verkehrskonzeptes „unverzüglich“ umgebaut werden und somit dauerhaft für eine Belebung der Innenstadt sorgen.

Verbesserungspotenzial sehen Matthias Clever und die Mitglieder der Arbeitsgruppe darüber hinaus in der Außengastronomie der Innenstadt. So schlagen sie eine hochwertigere Bestuhlung sowie Sonnenschirme ohne Werbeaufdruck vor. Nach dem Vorbild des geplanten Rathausparks möchte das Team zudem Hohenzollernpark offener gestalten. Man könne Büsche an der Bergmann-, Garten- und Parkstraße herunterschneiden oder ganz entfernen.

- Einzelhandel

Viele Themen wurden Arbeitsgruppen-übergreifend behandelt und diskutiert. Darunter auch die Pflege von Grünanlagen im Stadtgebiet. Wünschenswert wäre, so die Teammitglieder um Ralf Huckestein, eine dauerhafte Partnerschaft, beispielsweise von den anliegenden Einzelhändlern. Wünschenswert sei darüber hinaus ein „Bürgergarten“ in der Innenstadt, der von Kindergärten, Schulen oder dem Jugendzentrum nicht nur genutzt, sondern auch gepflegt und bearbeitet werden könnte. Darauf aufbauend sehen die Teammitglieder in einer dezentralen Spielzone in der Innenstadt und an der Villa Wippermann eine Möglichkeit für die Aufwertung der Halveraner Innenstadt.

Wie und in welchem Umfang die Bürgerideen nun umgesetzt und vor allem finanziert werden können und sollen, erfolgt nun im nächsten Schritt.

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