Zwei Urgesteine im Unruhestand

+
Schulleiter Paul Meurer (Mitte) verabschiedete die Lehrer Paul Heinrich Stüeken (links) und Hans Hermann Kaisig in den Ruhestand, die mehr als 30 Jahre lang das Schulleben am Anne-Frank-Gymnasium mitgeprägt haben.

HALVER ▪ Mehr als 30 Jahre lang prägten sie das Schulleben am Anne-Frank-Gymnasium, haben hunderten Schülern die Fächer Biologie, Erdkunde und Sport näher gebracht und so manche Anekdoten innerhalb des Kollegiums miterlebt. Gestern wurden Paul Heinrich Stüeken und Hans Hermann Kaisig in den Ruhestand verabschiedet – und zwar vor den Augen ihrer derzeitigen Kollegen, aber auch vieler ehemaliger Wegbegleiter. Und wie es sich für zwei „Urgesteine“ gehört, wurden sie nicht gehen gelassen, ohne ihre Arbeit und ihr Engagement entsprechend zu würdigen.

„Solche aktiven Kollegen in den Ruhestand zu entsenden, macht mir besondere Freude“, leitete Schulleiter Paul Meurer die Lobesworte auf die beiden Pädagogen ein, da er sich sicher sei, dass ihre Ruhephase sehr unruhig verlaufen werde. „Sie haben das Schulleben der Stadt Halver geprägt und aktiv mitgestaltet und dafür danke ich Ihnen“, so Meurer, bevor er an die beiden Laudatoren übergab, die Stüeken und Kaisig von Anfang an begleitet haben:

Walter Hartel, der bereits das Sportstudium gemeinsam mit Hans Hermann Kaisig absolviert hatte, erinnerte an dessen Anfänge am damaligen Aufbaugymnasium Halver, die zahlreichen Einsätze während der St. Martin-Skifreizeiten sowie sein Engagement bei der Lehrmittelverwaltung. „Hier bist du zu einer Institution geworden“, so Hartel. Auch wenn er selbst nicht gerne im Rampenlicht gestanden hätte, so sei ihm aufgrund seines Mottos „Klare Ansage, klare Durchführung“ der Spitzname „Colonel“ vorausgeeilt. Denn er habe es auch nie gescheut, Dinge kritisch zu reflektieren und sich zu äußern. „Ein Sturkopf warst du hingegen nie“, wünschte sich Hartel von seinem Freund, dass er sich mal wieder blicken lasse.

Franz Zibirre, stellvertretender Schulleiter, würdigte Stüeken als Lehrer, der keine Schulbuch-Biologie gelehrt habe, sondern mit den Schülern in die Natur gegangen sei oder gleich eine ganze Maispflanze mit in den Unterricht gebracht habe. „Rückblickend werden wohl viele Schüler sagen, dass sie bei dir richtig was gelernt haben“, war sich Zibirre sicher und betonte, dass auch ein Kollegium so einen Lehrer brauche. Er erinnerte aber auch an die vielen Familienfeste, die die Lehrer auf dem Hof des gebürtigen Balvers, der dort auch das Amt des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters bekleidet, erlebt hätten sowie an die vielen Geschichten, die Stüeken regelmäßig zum Besten gegeben habe. „Das war eine schöne Zeit - danke Heinrich.“

Der künftige Ruheständler selbst betonte, wie wichtig es sei, im Kollegium miteinander zu arbeiten und nicht gegeneinander und appellierte gleichzeitig an den neuen Schulleiter „seine Meute“ zu führen und sie im Zweifel auch zu beschützen. Denn man dürfe nie vergessen: „Die Kinder, die wir unterrichten, sind das Wertvollste, was die Eltern uns schicken. ▪ Kerstin Zacharias

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare