Zwei Männer aus Kierspe und Plettenberg stehen vor Gericht

Kaufland-Diebstahl in Halver geht schief

Zwei Männer aus Plettenberg und aus Kierspe mussten sich vor dem Amtsgericht verantworten.
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Zwei Männer aus Plettenberg und aus Kierspe mussten sich vor dem Amtsgericht verantworten.

Zwei Fernseher und ein Rasierer im Gesamtwert von knapp 400 Euro landeten am Mittag des 3. März 2020 bei Kaufland in Halver im Einkaufswagen zweier Männer. Das Duo hatte jedoch nicht vor, die Ware zu bezahlen. Stattdessen lenkte der eine die Verkäuferin ab, während der andere die Beute durch den Kassenbereich schob. Doch der Plan ging nicht auf: Die beiden Männer wurden geschnappt.

Halver/Lüdenscheid - Im Schöffengericht des Amtsgerichts Lüdenscheid mussten sich der 26 Jahre alte Mann aus Plettenberg und sein Komplize, 43 Jahre alt aus Kierspe, wegen Diebstahls verantworten. Dabei ging die Staatsanwaltschaft zunächst von einem höher zu bestrafenden Fall aus, da der Kiersper ein Cuttermesser bei sich trug. Der Angeklagte aus Plettenberg schwieg zunächst. Der Kiersper ließ sich hingegen ein. „Das war ziemlich dumm von mir“, gab er die Tat zu. Gemeinsam seien sie in den Laden gegangen. Im Vorfeld habe ihn der Mitangeklagte überredet, den Diebstahl zu begehen: „Es war nicht meine Idee.“ Zwar wusste er, dass er dem Plettenberger bei der Tat helfen würde. Nicht klar gewesen sei allerdings, was genau gestohlen werden sollte. Von der Sucht nach Amphetamin getrieben, habe er sich auf die Geschichte eingelassen und gehofft, auf diese Weise an Geld für Drogen zu gelangen, so der Kiersper. Das Cuttermesser habe er von vorhergehenden Arbeiten in seiner Hosentasche gehabt. Allerdings sei es keines zum Aufschieben gewesen.

Schulden als Motiv

Nach dem Geständnis sah sich auch der erste Angeklagte genötigt, etwas zu sagen. Seine Verteidigerin erklärte, dass es nicht die Idee ihres Mandanten gewesen sei, sondern dass eine dritte Person eine Rolle spielte. Beide Angeklagten hätten bei dieser Person Schulden gehabt, die durch die Durchführung des Diebstahls erlassen worden wären. Der Plettenberger habe die Sachen nicht in den Wagen gelegt, sondern lediglich das Personal abgelenkt. Von dem Messer habe er nichts gewusst.

Die damalige Filialleiterin des Kauflands erinnerte sich im Zeugenstand daran, dass ihr die Männer aufgefallen seien, weil sie in den Gängen herumliefen und sich umschauten. Der Plettenberger habe sie die ganze Zeit fixiert und dann angesprochen. „Er hat gesagt, ich soll woanders hingucken“, so die 24-Jährige. Da die Männer weiterhin auffällig gewesen seien, hätte sie die Polizei verständigt.

Aggressive Gegenwehr

Als sie bemerkt habe, dass die beiden schnellen Schrittes auf den Ausgang zusteuerten, habe sie den Kiersper festgehalten, gab die Zeugin an. Während der Kiersper lediglich ein paar Mal halbherzig versucht habe, sich loszureißen, sei der Mitangeklagte aggressiv geworden. Vier Männer seien nötig gewesen, um ihn bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten.

Ein 42-jähriger Polizist beschrieb den Plettenberger als aggressiv. Er bestätigte zudem die Angaben des Kierspers, was die Beschaffenheit des Cuttermessers anging. Dadurch veränderte sich die Sachlage. Für den Kiersper endete der Prozess mit einer Einstellung. Denn der vierfach Vorbestrafte war am 23. Juni 2020 wegen Hausfriedensbruchs, Diebstahls und Straßenverkehrsgefährdung zu einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die zu erwartende Strafe würde nicht mehr ins Gewicht fallen, so der Richter. Das Verfahren des Plettenbergers wird gesondert verhandelt.

Diebstähle im Halveraner Kaufland beschäftigen das Gericht nicht zum ersten Mal.

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