3800 Euro mit Drogenverkauf

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Halver/Lüdenscheid - Es hat eine ganze Weile gedauert, bis sich ein Mann aus Halver in seinem Haus wieder wohlfühlen konnte. Zwei Männer waren im Sommer 2015 bei ihm eingebrochen, hatten sämtliche Zimmer verwüstet und Reisepässe, Schecks, Bankkarten, Schmuck und das Familienbuch gestohlen. Kurze Zeit später fehlten knapp 6000 Euro auf dem Konto des Opfers.

„Es ist ein sehr intimer Bereich, in den eingedrungen wurde. Das ist kein schönes Gefühl“, erklärte der 50-Jährige im Zeugenstand des Schöffengerichts im Amtsgericht Lüdenscheid. Dort musste sich einer der Einbrecher aus Halver verantworten. Zwei Jahre und neun Monate Haft lautete das Urteil. 

Eigentlich hätten drei große Hunde im Haus des Opfers dessen Hab und Gut schützen sollen. Doch der Mittäter des Angeklagten war für die Tiere kein Unbekannter. Es handelte sich um den Neffen des Halveraners. Der Angeklagte legte ein umfassendes Geständnis ab. Er gab diesen Einbruch, für den er 1000 Euro erhalten hatte, ebenso zu wie eine weitere Tat in Meinerzhagen. Auch dort waren die beiden Männer über ein aufgehebeltes Fenster ins Haus gelangt. Die Beute: zwei Handys, ein Surfstick mit einem Guthaben von 85 Euro, ein I-Pod, Schmuck, Sparbücher und Bargeld. Auch den großen Fernseher hatten die Diebe von der Wand montiert, ihn dann aber am Tatort zurückgelassen. Aus dieser Straftat hatte der 29-jährige Angeklagte 75 Euro erhalten. 

Äußerst redselig verhielt sich der Halveraner beim Geständnis weiterer, ihm vorgeworfener Taten. Danach hatte sich der Mann innerhalb weniger Monate zwölfmal Drogen besorgt und dann gewinnbringend weiter verkauft, also Handel betrieben. Die Übergaben des Stoffes fanden sowohl in Halver als auch in Meinerzhagen und Kierspe statt. Auf die Spur des 29-Jährigen war die Polizei durch einen Hinweisgeber-V-Mann gekommen. Daraufhin hatten die Beamten das Telefon des Angeklagten abgehört und auf diesem Wege von Beschaffungsfahrten erfahren. Eine dieser Touren endete am 18. November vergangenen Jahres in einer Polizeikontrolle. Bei dieser Gelegenheit durchsuchten die Ermittler nicht nur den Angeklagten und das Fahrzeug, mit dem er unterwegs war, sondern auch gleich noch seine Wohnung. 

Am Ende stellten die Polizisten 968 Konsumeinheiten Amphetamin, 1680 Konsumeinheiten Marihuana, zwei Feinwaagen samt Gewichte, 115 Euro Bargeld sowie diverses Verpackungsmaterial sicher. Mehr als drei Kilogramm Amphetamin und zwei Kilogramm Marihuana hatte der Angeklagte während des Tatzeitraums vertickt und damit etwa 3800 Euro verdient. Mit dem Geld, so der Halveraner, habe er seinen Drogenkonsum und seine Spielsucht finanziert. Bei den Einbrüchen habe er unter Drogen gestanden. Bezüglich der Drogengeschäfte gab der 29-Jährige sämtliche Namen seiner Dealer und Käufer Preis, was sich positiv auf die Urteilsfindung auswirkte. Negativ wogen hingegen vier, teils einschlägige Vorstrafen. 

Der Angeklagte nutzte die Gelegenheit im Gericht, um sich bei den Einbruchsopfern zu entschuldigen. Zudem legte er eine Zusage für einen Therapieplatz vor, um mit den Drogen abschließen zu können. Schließlich habe er inzwischen eine Verlobte und ein einjähriges Kind. Wenn die Staatsanwaltschaft zustimmt, könnte der Halveraner nach ein paar Monaten das Gefängnis zu Gunsten einer Therapie verlassen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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