1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Halver

Zwei Frauen im MK erfüllen sich ihren Traum einer Gemüsegärtnerei 

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Monika Salzmann

Kommentare

Kleine Pflänzchen werden in der Gemüsegärtnerei Stöcken, in der keinerlei Pestizide zum Einsatz kommen, gut geschützt.
Kleine Pflänzchen werden in der Gemüsegärtnerei Stöcken, in der keinerlei Pestizide zum Einsatz kommen, gut geschützt. © Salzmann, Jakob

Auf 2500 Quadratmetern haben sich zwei Freundinnen mit einem großen Gemüsegarten einen Traum erfüllt.

Halver – Die Ringelbete, die zum Kosten frisch aus der Erde kommen, ist ebenso lecker wie gesund – und macht obendrein etwas fürs Auge her. Violette Buschbohnen, die Gemüsevielfalt auf den Teller bringen, werden beim Kochen so grün wie die Hausfrau sie kennt. Tomatillos, aus denen sich eine schmackhafte Salsa herstellen lässt, sind die Exoten auf dem Feld. Auf 2500 Quadratmetern haben sich die beiden Freundinnen Lisa Escher und Gesa Brandt in Schwenke einen Traum erfüllt und einen großen Gemüsegarten angelegt, aus dem sie die eigenen Familien versorgen und Gemüse direkt vom Feld verkaufen.

In Stöcken 1 ist ihre Gemüsegärtnerei zu finden. Nachdem Lisa Escher den Hof ihres Urgroßvaters übernommen hatte, stand das Land, das beide zur Verwirklichung ihrer Idee brauchten, zur Verfügung. „Wir sind dabei, alles zu aktivieren“, sagt die Schneidermeisterin, die zuvor schon den alten Bauerngarten des Hofs wiederbelebte. 30 Jahre lang habe der Hof stillgelegen. Physiotherapeutin Gesa Brandt, die nicht weit entfernt wohnt, hatte ebenfalls einen kleinen Gemüsegarten.

Ringelbeete, sprich geringelte Rote Bete, ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund.
Ringelbeete, sprich geringelte Rote Bete, ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. © Salzmann, Jakob

Den gemeinsamen großen Garten in Stöcken begannen beide im Vorjahr zu planen. Anfängliche Überlegungen, die Gemüsegärtnerei als Solidarische Landwirtschaft zu betreiben, wurden rasch wieder verworfen. „Wir haben zusammen sechs Kinder zwischen zwei und acht Jahren“, liefern die beiden Mütter die einleuchtende Erklärung. Der Familien wegen hätten sie sich für die kleinere Variante entschieden – und könnten vieles erst einmal ausprobieren. „Wir lernen jeden Tag Neues dazu“, sagen die beiden Freundinnen.

Im Kleinen möchten sie etwas gegen den Rückgang der Artenvielfalt tun. Die weit verbreitete Monokultur als Landwirtschaftsform erfüllt sie mit Sorge. „Wir glauben, dass der Boden nicht unendlich ist“, sagen sie. Ihre Pflanzen ziehen die beiden Frauen größtenteils selbst vor. Im Einklang mit der Natur setzen sie auf Permakultur, um ihren Garten nachhaltig und naturnah bewirtschaften zu können. Wie der Name sagt, geht es dabei um fortdauernde (permanente) Landwirtschaft mit einer kontinuierlichen Fruchtfolge. Meist pflanzen Lisa Escher und Gesa Brandt zwei Kulturen, die sich gut vertragen, zusammen an. Das können Zwiebeln und Möhren, Gurken und Chili oder Sellerie und Porree sein. Nach der Ernte wird der freie Platz direkt weiter belegt.

Neben den grünen Zucchini haben Lisa Escher und Gesa Brandt (im Bild) auch runde gelbe Zucchini angebaut.
Neben den grünen Zucchini haben Lisa Escher und Gesa Brandt (im Bild) auch runde gelbe Zucchini angebaut. © Salzmann, Jakob

Ringelblumen zwischen den Gemüsepflanzen erfreuen nicht nur das Auge und die Bienen, sondern wirken auch auf natürliche Weise gegen Drahtwürmer, die sich ansonsten an den Wurzeln des Salats gütlich tun würden. Pestizide kommen bei den beiden Halveranerinnen nicht ins Beet. Wenn Probleme mit Schädlingen auftauchen, recherchieren sie so lange, bis sie wissen, wie diesen naturnah beizukommen ist. Gedeihen Pflanzen einmal nicht wie in diesem Frühjahr die Radieschen, die auf dem Speiseplan von Erdflöhen standen, sähen sie neu aus – und probieren ihr Glück, diesmal besser gegen Ungeziefer gewappnet, aufs Neue.

Erntereif sind derzeit unter anderem die Zuckerschoten, die sich auch roh naschen lassen. Tomaten und Paprika reifen im Gewächshaus heran. Die Zucchiniernte sieht vielversprechend aus. Salatköpfe – einer schöner als der andere – stehen in Reih und Glied. Alte Gemüsesorten wie Mairübchen und Mangold, Kartoffeln, verschiedene Kohlsorten, Kürbis und jede Menge Kräuter – meist mehrjährig – haben die beiden Frauen angepflanzt. Sogar an Melonen und Auberginen haben sie sich herangewagt. „Es befriedigt extrem, dass ein Großteil von dem, was wir essen, aus dem eigenen Garten kommt. Man weiß, was man isst“, sagen die beiden Mütter.

Die Tomaten brauchen noch ein Weilchen, bis sie geerntet werden können.
Die Tomaten brauchen noch ein Weilchen, bis sie geerntet werden können. © Salzmann, Jakob

Wer an den beiden Verkaufstagen – donnerstags von 16 bis 18 Uhr und freitags von 8.30 bis 11 Uhr – zur Gemüsegärtnerei Stöcken kommt, erhält sein Gemüse frisch vom Feld. „Das wird gut angenommen.“ Am liebsten ist es Lisa Escher und Gesa Brandt, wenn die Kunden den Garten erkunden und sich ihr Gemüse selbst aussuchen. Über eine WhatsApp-Gruppe informieren sie, was gerade reif ist und stellen die passenden Rezepte dazu ein.

Neben dem Gemüse gibt’s in der Gemüsegärtnerei auch Honig von fünf Bienenvölkern, die unweit der Gemüsebeete stehen. Wenn demnächst das Hühnermobil steht, kommen frische Eier dazu. Ab Ende der Sommerferien wollen Lisa Escher und Gesa Brandt, die unter Tel. 01 57/30 73 05 74 oder dem Instagram-Account gemuesegaertnerei_stoecken erreichbar sind, auf Wunsch auch Gemüsekisten packen. Für die Zukunft haben die beiden Frauen noch viele Pläne.

Auch interessant

Kommentare