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Zuckerwatte und pures Adrenalin: Die Halveraner Kirmes

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Von: Sarah Lorencic, Monika Salzmann

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Für jeden ist etwas dabei: Die Halveraner Kirmes lockt mit 120 Geschäften. Wer Adrenalin braucht ist hier genauso gut aufgehoben wie beim Enten angeln. Speisen gibt es von süß bis deftig. Und getrunken werden kann bis spät in die Nacht.
Für jeden ist etwas dabei: Die Halveraner Kirmes lockt mit 120 Geschäften. Wer Adrenalin braucht ist hier genauso gut aufgehoben wie beim Enten angeln. Speisen gibt es von süß bis deftig. Und getrunken werden kann bis spät in die Nacht. © Salzmann, Jakob

Endlich wieder Kirmes! Bei brütender Hitze stürzten sich Halveraner und auswärtige Gäste am Samstag, dem bislang wärmsten Tag im Jahr, ins lang ersehnte Kirmesvergnügen in der Innenstadt.

Halver – Nach zwei Jahren Pause wegen der Pandemie lockten 120 Geschäfte und 95 Beschicker Groß und Klein auf das baustellenbedingt etwas veränderte Festgelände, das durch den 55 Meter hohen „Apollo 13“ Giant Booster, der mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h seine Runden drehte und ein Gefühl der Schwerelosigkeit erzeugte, kaum zu übersehen war.

Abgesehen von ein paar Grad zu viel zeigte sich das Wetter zum lauten, bunten Treiben, das Tausende in die Innenstadt lockte, von seiner besten Seite. Entsprechend heiter, gelöst und erwartungsfroh war die Stimmung bei Schaustellern, beteiligten Vereinen und Besuchern, die sich einhellig zufrieden und erleichtert über die Rückkehr zur Normalität und vier Tage Ausnahmezustand in Halver zeigten. „Da haben wir lange drauf gewartet“, meinte etwa Familie Cheriti, die eigens aus Hagen zur Kirmes gekommen war. „Es wird wieder Zeit!“ Anderswo hieß es: „Als Halveraner ist es einfach schön, endlich wieder Kirmes feiern zu können. Und dann das Wetter! Man ist ausgehungert.“ Ähnlich sah das Peter Bell: „Das tut gut. Ein bisschen warm, aber sonst geht das.“

Guter Dinge waren ebenso die heimischen Vereine und Gastronomen wie das Litfass, die kräftig bei der 376. Halveraner Straßenkirmes mit ihrer besonderen Atmosphäre mitmischten. „Nach zwei Jahren brauchen wir das. Ohne Kirmes geht gar nicht“, hieß es bei den Landsknechten, die durstige Gäste an ihrem Getränkewagen mit kühlen Erfrischungen versorgten. „Erlösend, dass wir wieder rauskommen“, bestätigte der SG Kolibri. In die gleiche Richtung gingen die O-Töne der Schausteller. „Das tut der Seele gut“, hieß es beim Schaustellerbetrieb Eisborn aus Bonn, der seine Kirmesbude während der Coronazeit, als nichts ging, für’s Dorf geöffnet hatte und glimpflich durch die Coronazeit gekommen war. „Wir sind arbeiten gegangen. Wir müssen vielseitig sein.“ Gleiche Erleichterung ebenso bei der Mandelbrennerei Leidgen: „Wir sind froh, dass wir wieder tätig und Groß und Klein ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Wir sind zufrieden, dass wir hier sein können.“

Mit Fahrzeugen und sandbeladenen Containern sicherte die Stadt das Festgelände nach außen hin ab. Vorsorglich wurde zudem das Sicherheitspersonal erhöht. Am Samstagnachmittag vermeldeten Larissa Arnold und Klaus-Dieter Lau vom Ordnungsamt, die ein wachsames Auge auf den Kirmesbetrieb hatten, indes keine besonderen Vorkommnisse. „Bis jetzt sind wir zufrieden.“

Alle zeigten sich zufrieden

Auch das DRK, das mit 15 Helfern den Sanitätsdienst an den vier Ausnahmetagen tagtäglich von 14 Uhr bis 3 Uhr nachts stemmte, zeigte sich bis dahin zufrieden. Lediglich von „einigen kleinen Einsätzen“ berichtete Rotkreuzleiter Werner Neuhoff. In der DRK-Unterkunft und auf dem Platz waren die Helfer allseits präsent. Gleichermaßen wachsam waren Polizei, Feuerwehr und THW.

Je weiter es auf den Abend zuging, desto mehr füllte sich das Festgelände, das alles bot, was sich Kirmesgänger wünschen – Gaumenfreuden in Hülle und Fülle, Nervenkitzel und Spaß in attraktiven Fahrgeschäften, Gelegenheit, sein Glück beim Pfeilwerfen, Ballwerfen, an der Schießbude oder Verlosungen zu versuchen, an Textil- und anderen Verkaufsständen zu stöbern oder sich an Ausschänken mit Freunden und Bekannten zum gemütlichen Beisammensein zu verabreden. Von der Familienachterbahn bis zum Autoscooter, vom Irrgarten bis zum Super Dance Scheibenwischer reichte die Palette der Fahrgeschäfte, die für Nervenkitzel sorgten. Zahlreiche Kinderkarussells sorgten für strahlende Kinderaugen.

Ob Süßes – angefangen bei Zuckerwatte, Churros und Eis bis hin zu Lebkuchenherzen und gebrannten Mandeln – oder Herzhaftes von Reibekuchen bis Flammlachs, Falafeln, Gegrilltem, Champignons mit diversen Soßen und vielem, vielem mehr: Die Auswahl an Speisen und Getränken war bei der Kirmes riesengroß. Besonderer Hingucker: die Bowle-Bar.

Die Kirmes aus Polizeisicht

Wie die Halveraner Polizeiwache auf Anfrage mitteilt, verlief die 376. Halveraner Kirmes im Großen und Ganzen weitestgehend ruhig. Insgesamt gab es mit Stand von Sonntag 50 Platzverweise von überwiegend Jugendlichen. Am Samstagabend wurden zudem zwei Personen in Gewahrsam genommen. Zu einem Mann konnte die Polizei noch keine genauen Angaben machen. Eine Frau allerdings wurde in Gewahrsam genommen, weil sie Bierflaschen warf. Erst gegen die Postfiliale an der Frankfurter Straße und beim Eintreffen der Beamten auch gegen die Polizisten selbst. Die Frau ist polizeibekannt.

Für so eine große Veranstaltung aber seien die Vorfälle unproblematisch, sagt Dieter Winter von der Wache. Auch für den letzten Kirmestag am Montag hoffen die Veranstalter und Organisatoren auf ein friedliches Fest. Die Polizei ist mit mehr Personal vor Ort und auch seitens der Stadt wurde ein Security-Dienst für mehr Sicherheit engagiert.

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