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Weihnachtsbäume: Bald geht der Verkauf los

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Von: Florian Hesse

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Weihnachtsbaumhof Tacke
Bald geht‘s rund in Eickerhöh. Dann beginnt die Ernte der Weihnachtsbäume. © Florian Hesse

Es ist Ende Oktober und etwa 70 Prozent seiner Weihnachtsbäume hat Heiko Tacke bereits verkauft. Das hört sich beruhigend an und gut. Bloß: „Die müssen alle noch durch die Tür.“ Das heißt konkret, dass die Tannen und Fichten noch lange nicht beim Abnehmer sind.

Halver - Richtig rund geht es erst ab etwa 20. November. Fünf Wochen lang brennt dann am Weihnachtsbaumhof Tacke die Luft. Erst Heiligabend stellt Familie Tacke sich den eigenen Baum in die Wohnung. Alle anderen sind dann längst versorgt.

Die Kunden ordern früh

Doch was hat es – zwei Monate vor dem Fest – auf sich mit den 70 Prozent? Fragt man Heiko Tacke danach, wird’s nicht weihnachtlich, sondern eher technisch. Dann geht es um die Abläufe, wenn geerntet wird auf den 50 Hektar Flächen, auf denen an der Eickerhöh die Bäume stehen.

Weihnachtsbaumhof Tacke
Heiko Tacke mit der Top-Stopp-Zange. © Florian Hesse

Netzkolonnen und Container

Heiko Tacke spricht dann von Netzkolonnen, von Rampen, Rollcontainern und Paletten. Dann muss der Baum zum Kunden, und das sind zum großen Teil Großabnehmer. Händler, die an den Endverbraucher verkaufen, sind dabei oder Garten- und Landschaftsbaubetriebe, die den nötigen Platz zum Verkauf haben. Die großen Baumarktketten allerdings sind nicht darunter. Trotz 50 Hektar: Dafür ist der Hof dann doch zu klein.

Weihnachtsbäume für die Vereinskasse

Aber auch eine andere Klientel deckt sich früh bei ihm ein. Durchaus nennenswerte Mengen an Bäumen gehen für den guten Zweck über den Tisch. Vereine, Jugendfeuerwehren, Schulen und zahlreiche weitere Einrichtungen sind Stammkunden an der Eickerhöh. Dann werden die Bäumchen von der Halveraner Grenze zum Bergischen Land zur Aufstockung der eigenen Kasse weiterverkauft. Dafür gibt’s vom Hof das Rundum-Sorglos-Paket, wie Heiko Tacke es nennt. Geliefert wird zum Wunschort. Seine Kunden in der Region kennt Tacke persönlich, die meisten auch schon sehr viele Jahre.

Dauerinventur mit bunten Bändern

Damit der Chef und die Mitarbeiter wissen, was überhaupt im Bestand ist, helfen die bunten Bändchen an den Spitzen. Die 17 unterschiedlichen Farben in der Schonung bedeuten also nicht, dass sich erste Familien bereits den Baum ausgesucht und gekennzeichnet haben, sondern sie geben Auskunft über Größe und Qualität für die späteren Sortimente. Wenn es nicht unbedingt 1A-Ware sein muss, geht es auch günstiger.

Weihnachtsbaumhof Tacke
Schafe halten unerwünschtenBewucs niedrig. © Florian Hesse

Viel Arbeit fürs Naturprodukt

Und apropos günstig: Unverändert mit rund 20 Euro pro Meter Baum müssen die Kunden rechnen, die zu 90 Prozent die Nordmanntanne ordern oder selbst schlagen. Dafür gibt’s ein Naturprodukt, das drei Jahre in der Baumschule herangezogen wurde, bevor es acht Jahre auf Tackes Flächen stand. Vom Einkauf des Setzlings bis zum Einnetzen vorm Fest haben die Tännchen dann elf Jahre nur Geld gekostet. Jeder Baum, der größer ist als 80 Zentimeter, erhält viermal im Jahr persönlich Besuch von Familie Tacke und Mitarbeitern. Dann geht es darum, Gras und aufkommendes Gestrüpp zu beseitigen, denn dann würde es feucht von unten, und die Tännchen verpilzen.

Der Kniff mit dem Kniff

Und jedes Jahr gibt es einen Kniff in die Spitze mit der sogenannten Top-Stopp-Zange. Die Unterbrechung der Nährstoffzufuhr verhindert ein unkontrolliertes Wachstum in die Höhe. Denn niemand möchte einen Baum mit großen Abständen zwischen den Astkränzen. Nichts stört den Familienfrieden verlässlicher als ein dürftig wirkendes Bäumchen in der guten Stube.

Selbst aussuchen, selbst sägen

Wie jedes Jahr sind auf Eickerhöh auch Selbstabholer willkommen mit der Möglichkeit, den Baum selbst zu schlagen. „Das hat für die Familie über Generationen auch Eventcharakter“, weiß Heiko Tacke aus der Erfahrung. Und gerade im Corona-Jahr 2020 sei der Andrang enorm gewesen, als den Menschen die Decke auf den Kopf fiel.

Im Dezember wieder Weihnachtsbasar

Und zur Anlaufstelle wird der traumhaft gelegene Ort voraussichtlich auch in diesem Jahr wieder beim Weihnachtsbasar am 3. und am 4. Adventwochenende, wenn nicht Corona doch noch einen Strich durch die Rechnung machen sollte. Allerdings: Während draußen beim Baumverkauf auch die Maske nicht mehr verpflichtend ist, muss, wer zum Basar in die Scheune kommt, voraussichtlich geimpft, getestet oder genesen sein. Aber das kennt man inzwischen ja. Was dabei herauskommt, bleibt traditionell übrigens nicht in der Hofkasse. Die Tackes sponsern seit vielen Jahren ein Straßenkinderprojekt in Kenia.

Und wie bleibt der Baum frisch?

Damit der Baum sich lange hält, empfehlen Experten einfach Wasser. Nach dem Kauf sollte er kühl, trocken und möglichst stehend in einem Eimer Wasser gelagert werden. Kurz vorm Aufstellen sollte noch eine kleine Scheibe vom Stamm abgeschnitten werden, damit er besser Wasser aufnehmen kann. Und auch im aufgestellten Zustand sollte er mit Wasser versorgt werden, dass er unter der Rinde und über die Jahresringe zieht. Zusätze sind nicht nötig.

Wann ist der Hof geöffnet?

Die Öffnungszeiten zum Schluss auf einen Blick: im November montags bis samstags von 9 bis 17 Uhr, vom 22. November bis zum 23. Dezember dann täglich und auch an den Wochenenden von 9 bis 17 Uhr. Der Weihnachtsbasar ist für Samstag und Sonntag, 11. und 12. Dezember sowie 18. und 19. Dezember, geplant. Auch Heiligabend ist noch mal geöffnet: 9 bis 12 Uhr.

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