Zoff mit Jugendlichen: Müll und Vandalismus

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Schmiererein von Jugendlichen sorgen für Ärger. ▪

HALVER ▪ Lutz Eicker ist sauer: „Es hat immer gewisse Punkte in der Stadt gegeben, wo es vermehrt Ärger mit Jugendlichen gab. Im Moment ist es wieder schlimmer.“ Der Verwaltungsmitarbeiter traf sich am Donnerstag mit der Polizei, um gemeinsam zu überlegen, wie man mit dem Problem in Zukunft umgehen will. Besonders schlimm sei die Situation am ZOB Bächterhof, neben Müll seien dort auch immer mehr Spuren von Vandalismus zu finden.

„Am Bächterhof, im Hohenzollern-Park und an der Grundschule Oberbrügge gab es immer mal wieder Probleme“, erklärt Eicker. Die Gelände seien unübersichtlich und mit Unterstellmöglichkeiten versehen. Ideal, um zu rauchen und heimlich Alkohol zu trinken. Die Jugendlichen seien im Durchschnitt zwischen 15 und 20 Jahren alt. „Mal abgesehen davon, dass die Jüngeren gar keinen Alkohol trinken dürfen, interessiert uns natürlich auch, wo das Zeug überhaupt herkommt“, so Eicker.

Im ersten Quartal 2012 nahm die Polizei in Halver acht Fälle von Sachbeschädigung auf – immerhin vier weniger als im Vergleichzeitraum 2011. Und: „Nicht alle sind Jugendlichen geschuldet“, betonte Polizeisprecher Norbert Pusch. Dennoch wollen sowohl Mitarbeiter des Ordnungsamtes als auch die Polizei nun vermehrt an den Brennpunkten Streife gehen. „Wenn es hart auf hart kommt, werden wir Platzverweise aussprechen und diese auch schriftlich dokumentieren, sodass wir eine Handhabe haben“, so Eicker. Jedoch dürfe es nicht Sinn der Kontrollen sein, die Jugendlichen zu vertreiben, denn das hätte nur eine örtliche Verlagerung des Problems zur Folge, viel mehr solle auf Aufklärung gesetzt werden.

Für Aufklärung und Gespräche spricht sich auch Jugendzentrumsleiter Arndt Spielmann aus: „Ein Merkmal der Jugend ist, dass nicht jede Aktion durchdacht ist – das war schon früher so. Blödsinn wurde und wird immer gemacht.“ Natürlich sei das Verhalten eine Art Protest der Jugendlichen. Ein mangelndes Freizeitangebot sei aber nicht Schuld an dem Problem. „Es hat seine Gründe, warum die Jugendlichen sich halböffentliche Plätze suchen, sie wollen nicht pädagogisiert werden.“ Alternative Angebote für Jugendliche seien genügend vorhanden. Im Jugendzentrum selbst würde das Thema Müll und Vandalismus häufig aufgegriffen. „Natürlich sprechen wir darüber. Einfach zu sagen, ,die bösen Jugendlichen’, hilft niemanden“, so Spielmann. ▪ lm

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