Der Zitterpartie folgt der große Jubelausbruch

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Nachdenkliche Gesichter bei den Ratsvertretern: Die Entscheidung fiel allen nicht leicht. ▪

HALVER ▪ Dass es eine überaus knappe Entscheidung werden würde, stand von vornherein fest.

Am Ende waren es zwei Stimmen und eine Enthaltung, die den Ausschlag gaben: Mit 19 zu 17 Stimmen bewilligte die Mehrheit des Rates heute Abend einen Zuschuss in Höhe von 150 000 Euro für den TuS Ennepe, um den Bau eines Kunstrasenplatzes an der Friedrichshöhe realisieren zu können. Lange hatten sich die mehr als 70 Schwenker Vereinsmitglieder, die zur Sitzung in die Aula des Anne-Frank-Gymnasiums gekommen waren, gedulden müssen. Nach knapp zwei Stunden durften sie ihren Emotionen dann freien Lauf laufen lassen. Mit Verkündung des Ergebnisses durch Bürgermeister Dr. Bernd Eicker brach Jubel unter den großen und kleinen Ennepern aus, da wurden Luftballons zerplatzt, man beglückwünschte sich gegenseitig.

Nachdem Eicker das Thema zuvor in seiner Haushaltsrede aufgegriffen hatte („Meine feste Überzeugung ist es, dass wir alles tun müssen, um die Sportanlage und damit auch das Vereinsheim des TuS Ennepe und das dort stattfindende Privatengagement in Zukunft zu erhalten.“), legten auch die einzelnen Fraktionen ihre Argumente noch einmal dar. Während CDU-Fraktionschef Peter Starke das ehrenamtliche Engagement an der Friedrichshöhe hervor hob, das bislang immer ohne städtische Zuschüsse ausgekommen sei, erinnerten Gerd Clever und Karl-Friedrich Osenberg (Grüne) noch einmal an den Beschluss für das Overather Modell. Wie auch immer man dazu heute stehe, so sehen sich die Grünen an den Beschluss gebunden: „Das Konzept ist schlüssig, der Bedarf ist da und der Anteil der Stadt, gemessen an dem Arbeits- und Finanzeinsatz der Vereins, angemessen“, so der Tenor der Grünen-Politiker.

UWG-Ratsherr Paul-Adolf Turck versicherte noch einmal stellvertretend, dass man sich nicht leichtfertig gegen den Zuschuss ausspreche und lange darüber beraten habe. Angesichts des „Ausgabenproblems“, das nicht zuletzt durch die Haushaltsrede aufgezeigt wurde, bleibe man jedoch bei einem „Nein“. Turck beleuchtete noch einmal die allgemeine Situation des Fußballs in Halver und appellierte an die Vereine, zu kooperieren und das ehrenamtliche Engagement nicht an einen Ort zu binden. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept und müssen über den Tellerrand schauen.“ Michael Brosch, SPD-Fraktionsvorsitzender, betonte, dass das Konzept schlüssig sei, die Stadt es sich jedoch nicht leisten könnte. Gerade in Zeiten, in denen ein Schulgebäude zur Disposition stehe, müsse man abwägen. „Zurzeit ist es einfach nicht möglich, das Geld zur Verfügung zu stellen.“

„Es gibt auf beiden Seiten gute Argumente, die nicht einfach ausgeschaltet werden können“, machte FDP-Ratsherr Sascha Gerhardt am Ende deutlich und kündigte an, dass seine Fraktion kein einheitliches Meinungsbild abgeben werde. Und so waren es letztlich jeweils eine Stimme der FDP (Michael Kortmann) und SPD (Alfred Kreikebaum) sowie die Enthaltung von Werner Fuchs (SPD), die die Enneper nach langer Wartezeit jubeln ließen. ▪ Kerstin Zacharias

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