Ziegenhagen wird Seelsorger im Krankenhaus

Der aktuelle Leiter von Christus König, Claus Optenhöfel.

HALVER ▪ Volker Ziegenhagen wird nach dem Verzicht auf die Pfarrstelle in der Katholischen Kirchengemeinde Christus König zwar nicht mehr als Priester nach Halver zurückkehren, er bleibt aber als Geistlicher in der Kirche aktiv. Pfarrer Claus Optenhöfel, derzeit mit der Leitung der Pfarrei betraut, zeigte sich gestern im AA-Gespräch froh über die getroffene Entscheidung. „Er soll eine neue Stelle im Bistum bekommen.“ Ziegenhagen werde im Rahmen der Krankenhausseelsorge als Priester tätig sein. In seinen Aufgabenbereich würden unter anderem Besuchsdienste und seelsorgerische Tätigkeiten fallen.

In der Pfarrei Christus König bleibt die Stelle von Ziegenhagen vorerst unbesetzt, nachdem er, wie berichtet, nach den Sex-Vorwürfen jetzt auf das Amt verzichtet hatte. „Das Bistum sucht einen neuen Pfarrer“, erklärt Optenhöfel. Eine solche Stelle werde in der Kirche nicht ausgeschrieben, sondern der entsprechende Kandidat werde gefragt, ob er sich ein Engagement in Halver vorstellen könnte. Dies wird sich nach Einschätzung von Optenhöfel aber nicht einfach gestalten. Einerseits weiß der aktuelle Leiter der Pfarrei um die begrenzte Zahl an Geistlichen. Andererseits spiele Halver eine „Sonderrolle“ im Bistum, zu dem auch die Ruhrgebietsstädte zählen. Eine Stelle in einer Kleinstadt zu besetzen, „das macht es nicht einfacher“. Daher rechne er damit, dass es auf jeden Fall bis etwa Ende dieses Jahres dauern könnte, bis ein Nachfolger von Ziegenhagen im Amt gefunden sein wird. „Die Personalabteilung hat angekündigt, dass es nicht schnell gehen wird.“ Erschwerend kommt hinzu, dass in der Pfarrei nicht nur für Halver gesucht wird, sondern auch in Schalksmühle ein Pfarrer fehlt.

Obwohl nun Geistliche aus Nachbargemeinden unterstützen, soll auch eine stärkere Einbindung der Gemeinde in die Arbeit erfolgen. Optenhöfel: „Ich bin mit dem Gemeinderat im Gespräch.“ Auch werde er mit den beiden katholischen Kindergärten, „St. Georg“ und „St. Nikolaus“, prüfen, was in der Zwischenzeit pastoral leistbar ist.

Nicht nur die Zukunft, sondern auch die jüngere Vergangenheit spielt in der Gemeinde noch eine Rolle. So wurde am Wochenende in den Gottesdiensten der Verzicht von Volker Ziegenhagen auf das Pfarramt in Halver überwiegend mit Bedauern aufgenommen. Der Tenor, so Optenhöfel, war: „Volker Ziegenhagen haben wir als guten Pfarrer erlebt.“ Nach Ansicht des aktuellen Leiters der Pfarrei habe der Bischof aber keine andere Möglichkeit gehabt. „Auf der Ebene der kirchlichen Moral hat er Sachen gemacht, die nicht gehen.“ Viele Gemeindemitglieder seien dennoch traurig über die Entscheidung gewesen. „In Halver haben viele gehofft, dass es anders geht.“

Doch auch der Vorsitzende des Gemeinderates, Ralf Wegerhoff, hat den Abschied erwartet. Man wünsche Ziegenhagen alles Gute. „Ein bisschen Wehmut ist dabei, aber für die Pfarrei werden wir nun nach vorne gucken.“ Wegerhoff rechnet damit, dass Aufgaben wie Hausbesuche oder die Messdienerarbeit „zwangsläufig“ ein bisschen kürzer kommen. Möglichkeiten, hier das personelle Loch zu schließen, seien für die Gemeindemitglieder begrenzt. Zudem rechnet der Gemeinderatsvorsitzende nicht damit, dass die Pfarrstelle schnell besetzt werden kann. „Wir hoffen aber, dass ein guter Pfarrer für Halver gefunden wird.“ ▪ Marco Fraune

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