Zensus 2011: Interviewen will gelernt sein

Haben die Interviewer vorbereitet: Dagmar Buyna und Tilo Deckert (von links) gaben ihnen neben vielen Tipps auch einen Info-Koffer mit. ▪ Weber

HALVER ▪ Sie müssen fragen. Viel fragen: 30 Interviewer ziehen bald los, um jede Menge Daten der Halveraner zu sammeln. Am Dienstagnachmittag haben Dagmar Buyna und Tilo Deckert von der Erhebungsstelle Zensus 2011 die Ehrenamtlichen im Feuerwehrgerätehaus geschult.

Per Zufall sind 800 Anschriften ausgewählt worden – und alle, die am Stichtag, also dem 9. Mai, dort wohnhaft sind, müssen erfasst werden. Vom Baby bis zum Senior. Müssen? „Ja, es gibt eine Auskunftspflicht“, sagt Tilo Deckert im Gespräch mit dem AA. Bei Minderjährigen müssen natürlich die Erziehungsberechtigten antworten. Aber: Niemand muss den Interviewer herein lassen. Alternativ kann der Fragebogen per Post oder übers Internet übermittelt werden.

Deckert: „Erfahrungsgemäß können die Interviewer aber meistens ihren Job machen.“ Damit alles klappt, haben sie viele Infos und Tipps bekommen. Bei Widerstand zum Beispiel, müssen sie sich keinem Konflikt stellen. „Das ist dann unsere Aufgabe.“

Ohnehin kommt auf die Interviewer demnächst eine Menge Arbeit zu. Denn bevor sie losziehen, müssen sie eine Vorbegehung machen. Und sich per Karte anmelden – das ist definitiv mit Aufwand verbunden. Auf bis zu 46 Fragen müssen sich die Befragten einstellen. Zu persönlichen Daten, der schulischen Laufbahn, dem Beruf. Nur die Frage der Religion, die darf offen bleiben.

Vom 9. Mai bis 31. Juli geht’s also los, vorher kann niemand anfangen. Doch dann, so hoffen Tilo Deckert und sein Team, geht die Aktion relativ schnell über die Bühne. „Wir sind schon darauf angewiesen, dass die Interviewer die Bögen zeitnah und kontinuierlich zu uns zurückschicken.“ Denn damit ist die Arbeit längst nicht getan: Die 15 Mitarbeiter der Erhebungsstelle des Märkischen Kreises in Lüdenscheid müssen dann alle Daten in das so genannte Fachverfahren eingeben. Zusätzlich bei Lücken oder Fehlern nachforschen.

Und das betrifft nicht nur die Halveraner Infos: 500 Interviewer werden ihre Unterlagen von 51 000 Befragten dorthin schicken. Ausgewertet wird alles dann von IT.NRW in Düsseldorf.

Die Ehrenamtlichen in Halver haben jetzt noch etwas Zeit, sich vorzubereiten. Ein Koffer mit Anleitungsbroschüren soll ihnen dabei helfen. ▪ Lisa Weber

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