Zeitdruck fürs Baugebiet Schmittenkamp

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Halver/Oberbrügge - Zurzeit ist es noch Wiese und Ackerland. Um dorthin zu kommen, ist ein Geländewagen empfehlenswert. 25 Interessenten stehen für die Fläche aber schon auf der Warteliste. 40 bis 50 Baugrundstücke will die Stadt Halver in Südhanglage von Ehringhausen an den Mann und an die Frau bringen.

In der Verlängerung der Schmiedestraße, die von der Heerstraße abzweigt, soll Halvers großes, neues Baugebiet entstehen. Es ist die derzeit fast einzige Chance, an ein Baugrundstück in Halver zu kommen. 

„Am Leyer Sonnenschein und an der Falkenstraße verfügt die Stadt noch über drei Grundstücke“, schreibt der Kämmerer und neue Beigeordnete Markus Tempelmann – mit dem neuen Amtszuschnitt auch zuständig für die Bauleitplanung. 

Vorwiegend junge Familien seien die Zielgruppe, die Halver braucht, um sich angesichts der demografischen Entwicklung zukunftssicherer aufzustellen. Junge Familien sind auch die Zielgruppe des Baukindergeldes, das der Bund auszahlt, damit Familien den Traum vom eigenen Haus verwirklichen können. 

Beides zusammen ist gut gemeint, doch am Schmittenkamp kommt damit Dampf auf den Kessel. Das Baukindergeld wird nach jetzigem Stand und ohne Verlängerung gezahlt, wenn die neuen Bewohner bereits 2020 im neuen Zuhause angemeldet sind. Und das wird richtig knapp. Denn noch ist keine Erschließung erfolgt. Der Aufstellungsbeschluss für das neue Wohngebiet müsste noch im Dezember 2019 in der letzten Ratssitzung fallen. Dann könnten die ersten Kaufverträge noch vor Weihnachten 2019 abgeschlossen werden. 

Ein Rennen gegen die Zeit bahnt sich, denn das Baukindergeld dürfte für viele Interessenten eine große Rolle spielen. Es geht um 12 000 Euro pro Kind, verteilt auf einen Zeitraum von zehn Jahren. Eine Familie mit drei Kindern würde somit mit 36 000 Euro angeschoben beim Wunsch nach dem Eigenheim – ein wichtiges Argument, wie Tempelmann natürlich weiß. 

Doch auch mit einem anderen Argument will die Stadt Familien locken. Im Gespräch ist eine soziale Komponente, die sich an der Zahl der Kinder ausrichtet. In welchem Umfang Familien davon profitieren könnten, ist noch offen und zunächst politische Entscheidung, wenn der Hauptausschuss über die Grundstückspreise und eine Staffelung beschließt. Die Meinung im politischen Raum allerdings ging eindeutig in diese Richtung, und Tempelmann geht davon aus: „Ich bin sicher, dass das kommt.“ 

Argument fürs neue Baugebiet ist aber die freie Gestaltbarkeit. Es gebe keinen Bauträger. Auf den 40 bis 50 zur Verfügung stehenden Grundstücken sollen die künftigen Bewohner Einzel- und Doppelhäuser nach eigenen Vorstellungen errichten können, so die Planung für das Gebiet, von dem die Mittelzentren Lüdenscheid und Schwelm sowie Hagen als Oberzentrum auf kurzen Wegen erreichbar seien. Für Halver bedeutet dies die Chance, von der Nähe zu den Großstädten im Ruhrgebiet und im Rheinland zu profitieren, in denen Wohnraum und insbesondere Eigentum kaum noch bezahlbar seien, wie auch Bürgermeister Michael Brosch kürzlich noch im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger gesagt hatte.

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