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Reifenwechsel für den Winter: Werkstätten haben volle Kalender

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Von: Ursula Dettlaff

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Winterreifen
Von Oktober bis Ostern sollte der Wagen auf Winterreifen stehen, so die Faustregel. © Dettlaff-Rietz, Ursula

Wer Auto fährt, kommt in diesen Tagen um eine Pflichtaufgabe nicht herum: Jetzt müssen die Reifen für den Winter gewechselt werden. Das ist nicht bei allen Autos eine leichte Aufgabe, wie die Werkstätten in Halver wissen.

Halver - Ein kleiner Sensor am Ventil macht den Reifenwechsel für viele Autofahrer komplizierter und teurer. Wegen dieses kleinen unscheinbaren Kästchens im Inneren des Reifens ist es ratsam, eine Werkstatt aufzusuchen. Denn wer kennt sich schon mit der Wartung der Sensoren und der Einstellung im Fahrzeugcomputer aus.

Seit dem 1. November 2014 schreibt die EU für Neuwagen ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) vor. Ein Sensor an jedem Reifen misst den Reifendruck und funkt den exakten Wert an die Bordelektronik. Die Werte sind im Cockpit abrufbar. Ein optisches oder akustisches Signal informiert den Fahrer. Damit entfällt das lästige Nachprüfen an der Tankstelle.

Der Sensor trägt wesentlich zur Fahrsicherheit bei. Zu wenig Luft im Reifen beeinträchtigt das Kurvenverhalten sowie die Fahreigenschaften bei Nässe. Ein weiterer Aspekt: Zu geringer Reifendruck verlängert den Bremsweg. Darüber hinaus erhöht sich der Rollwiderstand. Die Folgen sind hoher Kraftstoffverbrauch, stärkerer Verschleiß der Gummis und damit insgesamt eine höhere Umweltbelastung durch CO2-Ausstoß.

Um einen Termin in einer Kfz-Werkstatt zu bekommen, braucht man etwas Geduld. „Eine Woche ungefähr“, sagt Frank Turck, Inhaber von Autoprofi Turck an der Herrmann-Köhler-Straße in Halver. „Wir haben 450 Reifensätze eingelagert. Der Stammkunde kommt immer zuerst dran.“

Auch an die Radnabe denken

Zu den Reifendruckmessgeräten sagt er: „Die Anpassung der Sensoren erfolgt mit Hilfe eines speziellen Messgerätes. Die Software dazu muss ich jährlich neu kaufen.“ Für Fahrer älterer Autos, die den Reifenwechsel selbst durchführen, hat er einen wichtigen Tipp: „Sommerreifen sind auf Alufelgen, Winterreifen auf Stahlfelgen montiert. Die Felgen sitzen an unterschiedlichen Stellen der Radnabe. Der Dreck, der sich hier festsetzt, ist nicht zu unterschätzen.“ Er könne zu Verformung der Felge und letztlich zu Beschädigung führen. Um sie zu vermeiden, sollte die Radnabe deshalb vor dem Reifenwechsel gereinigt werden.

Blisginnis Reifenhandel und Auto-Service – der Name verrät, dass etwa die Hälfte des Geschäfts mit Reifen zu tun hat. Die Werkstatt an der B229 führt Tim Schütter. Er und sein Team kümmern sich um viele Reifengrößen: „Von der Schubkarre, über Pkw, Lkw bis zum Schlepper“, sagt Schütter. Er macht auf einen Trend aufmerksam, der im Lkw- und Nutzfahrzeuge-Bereich gang und gäbe sei. Aus ökologischen Gründen steige die Nachfrage der Kunden nach runderneuerten Reifen. Aufgearbeitete Reifen kennt man aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Nach und nach verschwanden sie vom Markt.

Heute spielt der Sicherheitsaspekt schon bei der Herstellung eine große Rolle: Basis des runderneuerten Reifens ist die Karkasse. Mit Hilfe von Lasertechnologie wird sie durchleuchtet und geschädigte Reifen werden aussortiert. Im nächsten Schritt wird eine Rohgummimischung aufgetragen. In einer Heizpresse erhält der Reifen durch Vulkanisierung den elastischen Zustand. Nach Angaben der Hersteller verbrauchen Runderneuerte 80 Prozent weniger Wasser, 70 Prozent weniger Rohöl und 50 Prozent weniger Energie, als bei der Neureifenherstellung anfallen. „Runderneuerte Reifen tragen alle Zertifikate“, sagt Tim Schütter.

Wer Reifen von privat kauft, sollte auf das Herstellungsdatum achten. Bis 2018 trugen Reifen die Buchstaben M & S für Matsch und Schnee. Anstelle von Buchstaben dient seitdem die Schneeflocke als Logo.

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