Heftige Diskussion um Hallenboden

Immer wieder der Hallenboden an der Mühlenstraße: Am Donnerstag war er Thema im Sport- und Freizeitausschuss. - Archivfoto: F. Zacharias

HALVER - Neben den üblichen Regularien standen am Donnerstag nur zwei Punkte auf der Tagesordnung des Sport- und Freizeitausschusses - doch die hatten es in sich.

Denn es ging um Hallennutzungsentgelte und, einmal mehr, um den Boden der Sporthalle an der Mühlenstraße. Insbesondere letzterer ließ die Emotionen hochkochen. Bis sogar der Vorwurf der Untreue erhoben wurde.

Den musste sich UWG-Ratsherr Paul-Adolf Turck gefallen lassen, nachdem er vorgeschlagen hatte, den dritten Punkt des Beschlussvorschlags bezüglich eines möglichen Hallenbodenaustauschs ersatzlos zu streichen. Darin war zum einen eine „nennenswerte finanzielle Beteiligung durch Dritte“ als zwingende Voraussetzung für den Bodentausch vorgesehen. Ein Punkt, den auch Regina Reininghaus (SPD) und Sascha Gerhard (FDP) sowie Dirk Schmale als Vertreter des Stadtsportverbands (SSV) als nicht zielführend kritisierten. Zum anderen verlangte jener dritte Punkt aber auch die Sicherstellung der so genannten Vorsteuerabzugsfähigkeit der Sanierungskosten: Die soll möglich sein durch die ebenfalls am Donnerstag abgesegnete Eingliederung der Sporthallen in den „Betrieb gewerblicher Art Bäder“. Paul-Adolf Turcks Vorschlag, also auch diese Bedingung zu streichen, ließ Kämmerer Markus Tempelmann sprichwörtlich explodieren - was letztlich zum emotionalen Höhepunkt einer leidenschaftlich geführten Diskussion führte: „Für mich ist das Untreue!“, so Tempelmann in Richtung Turck. „Solch eine Maßnahme werde ich niemals unterschreiben“, so der Kämmerer weiter, der einen freiwilligen Verzicht auf etwa 24 000 Euro befürchtete.

Vorbehaltlich der erst heute stattfindenden Gespräche zwischen Stadtverwaltung und Vereinen einigte sich die Runde letztlich darauf, den umstrittenen Punkt nicht zu streichen, sondern zu ändern: Die Sicherstellung der Vorsteuerabzugsfähigkeit soll nun „möglichst“ genutzt werden. Der von vielen Ausschussmitgliedern kritisierte Zwang einer finanziellen Beteiligung Dritter wurde dahingehend abgemildert, dass die Verwaltung nun beauftragt wird, „die finanzielle Beteiligung Dritter positiv und intensiv einzuwerben“. Gegen den Beschluss stimmte einzig Gertraud Rose (CDU), die unter anderem rhetorisch hinterfragte, ob bei einem neuen Boden garantiert keine Verletzungen mehr auftreten würden. Ein Einwand, den sowohl Sascha Gerhard als auch Paul-Adolf Turck als „absurd“ bezeichneten.

Unabhängig vom gestrigen Beschluss und in Hinblick auf die heutigen Gespräche machte Dirk Schmale in der Sitzung jedoch deutlich, dass der SSV seinen Mitgliedsvereinen empfehlen wird, sich ausdrücklich nicht in irgendeiner Form an der Maßnahme zu beteiligen. Für ihn handelt es sich um eine zwingend notwendige Reparatur, die die Stadt mit Blick auf den Schulsport ohnehin durchführen lassen muss. - Frank Zacharias

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