Der „Wollsieger“ kommt aus dem Hälvertal

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Dancy betrachtet hochinteressiert den Fotografen. Allefeld schätzt ihre Intelligenz und Ursprünglichkeit. Dass dem Jakobschaf häufig vier Hörner wüchsen, liege an einem genetischen Defekt.

Halver - 82 Kilo ist er schwer, kann eigentlich aus dem Stand über den Weidezaun springen, bleibt aber lieber bei seinen Damen und passt auf die Herde auf. „Dancy“ heißt der Wollbock, den Züchter Hans Allefeld auf der Grünen Woche in Berlin hat vorstellen lassen.

Dort wurde der Widder aus der Familie der Jakobschafe zum „Wollsieger“ gekürt. Immerhin 185 Zuchtböcke aus 39 Rassen hatten sich der Jury gestellt.

Lebendige Rasenmäher

„Sie gefallen mir einfach. Sie sind ursprünglich und archaisch“, sagt Allefeld über seine kleine Herde von Jakobschafen, die sich aktuell als lebende Rasenmäher auf einer Wiese im Hälvertal nützlich machen.

Hochintelligent seien die Tiere und ungemein genügsam, erzählt Allefeld, der sich vor gar nicht langer Zeit erst in die Züchterrolle hat eintragen lassen. Auch Zackelschafe und Heidschnucken zählen zu seinem Bestand. Die 55 Muttertiere lammen im Frühjahr, dann dürfte der Bestand auf 150 anwachsen.

Doch die Jakobschafe, viele mit den charakteristischen vier Hörnern, liegen ihm auch aus historischem Interesse heraus am Herzen. Das Jakobschaf ist ein sehr altes Schaf und hat seinen Namen von Jakob, der aus der Herde Labans die gefleckten Tiere bekam (1. Buch Moses, Kap. 30, Vers 32). Bereits vor 4000 Jahren soll es in China und Persien dem heutigen Jakobschaf ähnliche Schafe gegeben haben.

Robust und genügsam

Ihre Robustheit und Genügsamkeit verschaffte ihnen auch eine Rolle in der christlichen Seefahrt – als Lebendproviant für die Besatzung. Die feine Wolle sei gefragt, und auch das Fleisch sei fein marmoriert und schmecke eben nicht nach Schaf, beschreibt Allefeld den Nutzwert der Herde. „Dancy“, der seinen Namen seiner Sprungkraft und Mobilität verdankt, wird allerdings kaum in Topf oder Pfanne landen. Er bleibe bei der Herde und werde irgendwann dort sein Gnadenbrot erhalten.

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