Ein "Lichtpunkt" an Westfalens Grenze

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Nur noch das alte Fachwerk zeugt noch von der Geschichte dieses Ortes: Seit Februar wird die alte Scheune an der Wipperstraße als Veranstaltungszentrum genutztetwa für Yogastunden. -

HALVER - Nein: Als Sonnenparadies ist Halver im Allgemeinen und Anschlag im Speziellen nicht bekannt. Und doch hat die Ortschaft am Rande zum Rheinland seit Februar eine besondere Beziehung zur hellen Scheibe: Wolfram und Sabine Stroese widmeten ihr ein ganzes „Zentrum“ – das „Sonnenzentrum“. Ein Titel, der auch Skeptiker auf den Plan rief. Dabei betont Wolfram Stroese: „Wir sind kein Esoterikladen!“

Wer die Geschichte des Gebäudes an der Wipperstraße nicht kennt, wird beim heutigen Anblick kaum im Sinn haben, dass dort einst eine Scheune stand. Und zwar eine riesige: Die Familie Bürger nutzte die 260 Quadratmeter große Fläche für die Landwirtschaft. Als sich vor zwei Jahren die Frage stellte, ob das baufällige Gebäude erhalten oder abgerissen werden soll, entschieden sich die Stroeses dafür, „in Steine zu investieren“, wie Wolfram Stroese sagt. Immerhin ist Sabine Stroese eine geborene Bürger und dem Gemäuer familiär verbunden. Ein Abriss kam also nicht in Frage.

Im Februar 2011 begannen die aufwändigen Arbeiten, die zweierlei zum Ziel hatten: Zum einen sollte der Ursprung der Scheune erhalten bleiben, zum anderen sollte der Ausbau nach dem neuesten Stand der Technik erfolgen. Ein Balance-Akt. „Letztlich haben wir das Fundament und das Fachwerk erhalten. Das war aber eine Herausforderung“, sagt Wolfram Stroese, der sich an die gute Zusammenarbeit mit den heimischen Handwerksbetrieben und dem Architekten Karsten Scharfenberg erinnert.

Das Ergebnis konnte sich nach exakt einem Jahr Bauzeit sehen lassen: Im hinteren Bereich entstand eine geräumige Drei-Zimmer-Wohnung, die übrigen 130 Quadratmeter werden seit dem Februar dieses Jahres für Seminare, Schulungen, Workshops & Co. genutzt. Kein „Esoterikladen“ („Einem Anbieter für Tarot habe ich abgesagt“) und doch ein Veranstaltungzentrum „für Körper, Geist und Seele“, in dem Yogakurse, Gebetskreise, ADHS-Informationen und Trommel-Workshops einen Platz haben. „Ganzheitliche Arbeit interessiert uns“, sagt Wolfram Stroese. Und dieses Interesse ist auch am Angebot des „Sonnenzentrums“ ablesbar, dessen Name aus dem Bekanntenkreis stammt, aber auch einen „Lichtpunkt“ zwischen Rheinland und Westfalen darstellen soll. Musste er seine Räume anfangs noch den diversen Seminar-Anbietern schmackhaft machen, so sei das schon nach einem halben Jahr nicht mehr notwendig, so Stroese. „Die kommen auf uns zu. Aus der ganzen Region“, sagt der selbstständige Unternehmer, der das Angebot im „Sonnenzentrum“ nicht nur koordiniert, sondern in ihm auch ein Büro für seine Personalagentur eingerichtet hat. Dabei wissen die Anbieter nicht nur den circa 90 Quadratmeter großen Seminarraum zu schätzen, der bei Bedarf geteilt werden kann, sondern auch die Umgebung: Genutzt werden kann auch das anliegende 1,7 Hektar große Waldstück, in dem Stroese einen Rundweg sowie eine gepflasterte Fläche für Übungen angelegt hat.

Wer sich näher über das „Sonnenzentrum“ informieren will, hat dazu am kommenden Samstag die Gelegenheit: Im Rahmen eines Tags der offenen Tür werden von 14 bis 17 Uhr unter anderem die Yogalehrerin Silka Henneberger, die Heilpraktiker Ulrich Meyer und Petra Burghoff und die Krankengymnastin Barbara Stock für Fragen zur Verfügung stehen. Außerdem wird der Kommunikationsberater René Roland zu Gast sein. Erzählerin Cora Büsch wird mit ihrer Harfe vor Ort sein und auch der Kinderbuchautor Achim Möbus wird aus seinen Werken vortragen. - Frank Zacharias

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