Junge Menschen sind die Zukunft

+
Markus Tempelmann, Gabriele Konopka und Bernd Jannack unterhielten sich vor allem über die Qualifikationen der jungen Menschen.

Halver - „Die Zukunft der Firma Mayweg sehen wir in den jungen Menschen“, sagt Geschäftsführer Bernd Jannack. Aus diesem Grund entschied sich die Agentur für Arbeit für das Unternehmen in Oeckinghausen als Ort für ein Gespräch im Rahmen der Woche der Ausbildung

Gabriele Konopka von der Agentur für Arbeit, Bernd Jannack und Markus Tempelmann, Kämmerer der Stadt, sprachen am Donnerstag vor allem über das Thema Ausbildung. Im Austausch mit anderen Unternehmen stellte Bernd Jannack eine allgemeine Unzufriedenheit über die Qualifikationen der jungen Menschen fest.

„Viele Unternehmen ziehen sich in Sachen Ausbildung zurück, doch das ist der falsche Weg“, sagt der Mayweg-Geschäftsführer. Man müsse sich intensiver mit diesen jungen Menschen auseinandersetzen. 

„Wir arbeiten mit Schulen zusammen“ 

Die Firma Mayweg hat sich in dieser Beziehung breit aufgestellt: „Wir arbeiten mit Schulen zusammen, bieten Praktika an und nutzen die Region als Rekrutierungsbecken“, erklärt Jannack. In Sportvereinen oder bei der Feuerwehr engagiere sich die Firma und sei präsent. Jannack selbst hält beispielsweise auch Vorträge in Schulen zu verschiedenen Themen. 

„Man muss einzelne Schicksale in den Blick nehmen“, sagt Jannack. Auch das macht das Unternehmen und probiert alternative Möglichkeiten aus. Vor etwa anderthalb Jahren hat die Firma zum Beispiel einen Flüchtling angestellt. „Er macht gute Arbeit“, sagt Jannack. Das Unternehmen unterstützte ihn darüber hinaus mit der Wohnung und spendete einen Laptop für die Sprachförderung. Nun möchte der junge Mann eine Ausbildung beginnen, doch er soll abgeschoben werden. Gemeinsam setzt sich das Unternehmen mit der Agentur für Arbeit für den Mann ein. 

Und das ist nicht das einzige Beispiel für „das große Engagement unseres kleinen, mittelständischen Unternehmens“. Aktuell beschäftigt Mayweg im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung eine Frau, die Werkzeugmechanikerin werden möchte – auch lernschwächere Menschen haben also eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. „Das Komplettpaket wird bei uns abgedeckt“, resümiert Jannack. 

Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden, sehe er aktuell noch nicht so extrem. Zwölf Prozent seien bei ihm Azubis, hinzukommen Praktikanten. Das Durchschnittsalter in der Firma Mayweg liegt laut Jannack bei 42 Jahren. „Wir sind da gut aufgestellt.“ 

Fachkräftesicherung im Fokus 

Und bisher fährt die Firma mit dieser Schiene gut: „In vielen Bereichen haben wir damit Erfolg“, sagt Jannack. „Es sind so viele positive Menschen, die ihren Abschluss erreicht haben und gute Arbeit leisten.“ In Richtung Fachkräftesicherung entwickle es sich gut. Mayweg bildet junge Menschen aus, um sie im Unternehmen zu halten. 

„Unsere Quote dabei liegt bei etwa 90 Prozent“, sagt Jannack. Derzeit sei die Ausbildungsstelle zum Verfahrensmechaniker noch offen. Interessierte können sich beim Unternehmen bewerben. Nicht nur die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit ist positiv, auch mit der Stadt läuft es gut. 

Markus Tempelmann beschreibt Mayweg als „innovative und expansive Firma“. Das Unternehmen habe Interesse vor Ort zu bleiben. Mit dem Kauf einer Gewerbefläche an der Susannenhöhe wird Mayweg sich erweitern (wir berichteten). „Erweiterung ist immer gut“, findet Markus Tempelmann. „Die Wirtschaft braucht Raum.“ Man müsse den Firmen vor Ort den Rücken stärken. 

In Sachen Qualifikation der jungen Menschen beobachtet die Stadt Halver als Arbeitegeber allerdings einen anderen Trend. „Die Zahl der Bewerbungen nimmt zu und die Qualität ist da“, sagt der Kämmerer. Nach langer Zeit habe die Stadt zwei Azubis zur gleichen Zeit.

„Das Berufsleben verändert sich“

Ein Blick in die Zukunft: „Die Unternehmen brauchen mehr Marktanteile. Dafür muss ein ordentlicher Rahmen geschaffen werden“, sagt Tempelmann. Diesen Rahmen müssen der Staat und auch die Städte unterstützen. 

„Das Berufsleben verändert sich, die Digitalisierung vereinfacht einiges“, sagt Jannack. Auch das spiele in der Zukunft eine Rolle. „Doch die Panikmache mancher Menschen teile ich nicht. Wir werden immer Menschen für Produktionsabläufe brauchen“, ist der Geschäftsführer überzeugt.

Unternehmen aus Halver können ihre offenen Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit direkt bei Gabriele Konopka unter Tel. 0 23 51/5 67 96 94 melden. Auch die Hotline 08 00/4 55 55 00 steht für alles rund um Ausbildungs- und Arbeitsstellen zur Verfügung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare