Neuer offener WLAN-Spot im Flüchtlingsheim

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Die Flüchtlinge am Bahnweg können jetzt nicht nur über das Internet Kontakt zur Heimat halten, sondern sich beispielsweise auch Deutschwörterbücher herunterladen.

Halver - Die Flüchtlinge unterstützen, dass sie zur Ruhe kommen und (in Deutschland) wieder Fuß fassen können, ist für die Caritas in Halver ein Beweggrund, in der Notunterkunft am Bahnweg 6 für einen Internetanschluss zu sorgen.

In Verbindung mit der Freifunk-Initiative, die in Halver vom Stadtmarketingverein und mit Fördermitteln unterstützt wird, haben alle Bewohner freien Zugang zum Internet. „Ich weiß zwar nicht, was passiert, wenn die 100 Bewohner gleichzeitig den Freifunk nutzen“, meinte Andrea Reich, dass dann die Leitung „in die Knie gehen“ könnte. Aber sie ist ebenso wie Ralf Wegerhoff von der Caritas zuversichtlich, dass sich die Bewohner beim WLAN-Zugang abwechseln werden.

Zusammen mit Annika Altmann, der Auszubildenden der Stadtverwaltung, hatte Reich zwei WLAN-Router – im Keller und in dem Raum, in dem zum Beispiel die Deutschkurse stattfinden – eingerichtet, nachdem die DSL-Leitung installiert und freigeschaltet worden war. Finanziert wird der Internetanschluss (für vorerst zwei Jahre) von der Caritas, die dadurch einerseits den Flüchtlingen die Möglichkeit geben möchte, Kontakt mit ihrer Heimat herzustellen.

Auf der anderen Seite soll es dazu beitragen, die deutsche Sprache noch leichter zu lernen – mittlerweile gibt es eine Reihe von Apps sowie Software zum Sprachunterricht. Letztlich, so führte Wegerhoff weiter aus, gehe es aber auch um die Qualifizierung der Menschen, um sie dem Arbeitsmarkt zuzuführen. Dafür sei ein freier Zugang zum Internet notwendig, um sich informieren und fortbilden zu können.

Auch wenn dieser neue Freifunk-Standort – er ist mittlerweile der 21. WLAN-Router, der in Halver in Betrieb gegangen ist – fast nur Bewohnern des Hauses Bahnweg 6 zur Verfügung steht, so wird das kostenlose, kabellose Netz in der Stadt im Grünen immer dichter. Dass nur ganz wenige außerhalb des Gebäudes am Bahnweg das Netz werden nutzen können, liegt einerseits am Haus selbst, das nicht viel Funk nach draußen lässt.

„Wir können natürlich auch im Haus nicht alle Räume mit WLAN versorgen“, weiß Andrea Reich, dass Beton und Stahl die Reichweite begrenzen. Auf der anderen Seite gibt es auch bis zu 100 Menschen in dem Haus, die häufig genug in größeren Gruppen sich ins weltweite Netz einwählen werden. Denn auf diese Weise können sie sich informieren, was in der ehemaligen Heimat los ist, und Kontakt zu Verwandten oder Familienangehörigen aufnehmen, die dort noch leben.

Und sie können nun noch mehr tun, um hier in Halver beziehungsweise Deutschland Fuß zu fassen. Dass sie dies wollen, zeigt die große Teilnehmer am Deutschkurs der Flüchtlingshilfe.

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