Erzieherinnen infiziert

„Wirksamer Schutz in Kitas nicht möglich“ - Sind alle Einrichtungen in Gefahr?

Jacken hängen an einer Garderobe in einer Kindertagesstätte. Die Kita Wundertüte in Halver ist vorerst geschlossen: Mehrere Erzieher sind mit dem Coronavirus infiziert.
+
Die Kita Wundertüte ist vorerst geschlossen: Mehrere Erzieher sind mit dem Coronavirus infiziert.

Eine Kita in Halver ist geschlossen. Die Corona-Pandemie trifft sie mit voller Wucht. Ein Kita-Träger aus Halver findet klare Worte dazu.

Oberbrügge/Halver – „Das tut uns für die Kollegen und die Kinder (und ihre Eltern) sehr leid!“ Mit diesem Post hat Kristian Hamm für die Sentiris gGmbH auf die Mitteilung zur vorübergehenden Schließung der Awo-Kita Wundertüte wegen Corona-Fällen reagiert. Noch deutlicher wird der Geschäftsführer als Kita-Träger im AA-Gespräch über die geltenden Regeln für den Kindergartenbetrieb.

„Ein wirksamer Schutz für Kinder und ihre Familien ebenso wie für die Mitarbeiter ist unter den derzeitigen Umständen nicht möglich.“ Die Schließung von Gruppen und ganzen Einrichtungen aufgrund der Corona-Epidemie habe mit der Tatsache zu tun, dass Kinder sehr wohl zwar symptomfrei, aber dennoch als Überträger des Virus unterwegs seien, den sie zum Beispiel aus den Familien oder von Spielplätzen mitbringen könnten. Gleichzeitig funktioniere eine Maskenpflicht in den Einrichtungen in der Praxis auch aus pädagogischen Gründen nicht.

Was ist mit dem Bildungsauftrag?

Für die Zeit des teilweisen Lockdowns hätte er eine Notbetreuung für sinnvoll gehalten, wie sie auch während des ersten Lockdowns gegolten hätte. Denn auch der zentrale Bildungsauftrag der Kitas könne unter den jetzigen Gegebenheiten nicht umfassend durchgehalten werden. Es fehle dafür die notwendige Kontinuität, sagt Kristian Hamm aus Trägersicht und der Erfahrung heraus, als die eigene Einrichtung Wunderland in Oberbrügge bereits im August zwei Wochen lang hatte schließen müssen.

Wie weit Corona in die Kitas vorgedrungen sei, zeigten ganz konkrete Zahlen. An den Sentiris-Standorten in Oberbrügge (Kita Wunderland) und in Halver (Kindervilla) befinde sich regelmäßig mindestens eine oder einer der Beschäftigten in Quarantäne. Unter Berücksichtigung der Gefährdungslage aufgrund des Virus werde es im laufenden Anmeldeverfahren auch keine Möglichkeit für Eltern geben, die Einrichtung persönlich in Augen schein zu nehmen. Zurzeit werde ein Videofilm zur Eltern-Info erstellt. Vorgesehen sei zudem ein Zoom-Meeting.

Ein wirksamer Schutz für Kinder und ihre Familien ebenso wie für die Mitarbeiter ist unter den derzeitigen Umständen nicht möglich.

Kristian Hamm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare