„Wir wollen, dass unser Hausmeister bleibt“

Sie schreien es ganz laut hinaus: Die Schüler der Förderschule an der Susannenhöhe setzen sich für ihren Hausmeister Hossein Reyhani ein. Denn sein Arbeitsvertrag wird nicht verlängert. ▪ Weber

HALVER ▪ Sie wollen, dass er bleibt. Dass Hausmeister Hossein Reyhani seinen Job behält. Und dafür wollen sie kämpfen. Die Schüler der Förderschule an der Susannenhöhe haben eine große Unterschriften-Aktion gestartet – denn der Arbeitsvertrag des Hausmeisters wird nicht verlängert.

„Das macht mich wirklich traurig, dass ich hier weg muss“, sagt der 30-Jährige. „Ich finde es stark, dass sich die Kinder so für mich einsetzen. Das ist toll.“ Und tatsächlich: Am Mittwoch fand auf dem Schulgelände in Oeckinghausen eine Demo statt – organisiert von den Kindern und Jugendlichen. Sabine Müller von der Schulpflegschaft hat sie dabei unterstützt: „Ich finde die Aktion super, alle halten zusammen.“

Die Förderschüler haben riesige Plakate gebastelt und ihre Forderung formuliert: „Unser Hausmeister muss bleiben“. Außerdem haben die Schüler in einer Mappe mehr als 90 Unterschriften gesammelt – und eine Begründung dazu formuliert. Die wollen sie jetzt Bürgermeister Bernd Eicker persönlich vorbei bringen.

Schulleiter Ralf Gensmann ist vom Engagement der Schüler beeindruckt: „Sie stehen geschlossen hinter unserem Hausmeister.“ Er weiß aber auch, dass es sich bei der Entscheidung um eine arbeitsrechtliche Angelegenheit handelt. „Das Gesetz ist die eine Sache. Da steckt aber immer ein persönliches Schicksal hinter. Und das bedauere ich sehr.“

Hossein Reyhani kam vor zwei Jahren an die Schule, sein Vertrag wurde immer wieder verlängert. Nun müsste ihn die Stadt, laut Gesetz, unbefristet beschäftigen.

„Mit Blick in die Zukunft ist es unmöglich, eine unbefristete Stelle einzurichten“, sagt Kämmerer Markus Tempelmann auf Anfrage des AA. Denn zum Ende des Jahrzehnts gebe es in Halver – wegen des demographischen Wandels – sicher keine sieben Schulgebäude mehr. Dementsprechend weniger Hausmeister würden benötigt. „Das ist dem Steuerzahler gegenüber unverantwortlich.“ Außerdem, erklärt Tempelmann weiter, sei das wegen des Nothaushalts auch gar nicht möglich. Er macht aber deutlich, dass die Verwaltung mit Hossein Reyhani sehr zufrieden gewesen sei und den Schritt bedauere.

In einigen Tagen fängt dann ein neuer Hausmeister an der Schule an der Susannenhöhe an – ebenfalls befristet. ▪ Lisa Weber

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