„Wir müssen wieder eine Kümmerer-Partei werden“

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Landtagskandidat Gordon Dudas (rechts) – hier im Bild mit SPD-Fraktionschef Michael Brosch – war am Dienstagabend zu Gast bei den Sozialdemokraten in Oberbrügge. ▪

OBERBRÜGGE ▪ Viele Stühle blieben leer, als am Dienstagabend der SPD-Landtagskandidat Gordan Dudas nach Oberbrügge eingeladen hatte. Rund ein Dutzend Anhänger trafen sich im Bürgerhaus, um mit dem Lüdenscheider Ratsmitglied über den laufenden Wahlkampf zu diskutieren und sich dessen Ziele anzuhören. Dudas hatte bereits den gesamten Tag in Lüdenscheid und Oberbrügge verbracht, um unter anderem an einem Info-Stand die Bürger auf sein Wahlprogramm aufmerksam zu machen. Noch mehr Bürgernähe folgte dann im Laufes des Tages, als Dudas zu persönlichen Gesprächen in die Haushalte der Bürger aufbrach.

Am Abend lagen rund 4500 Hausbesuche hinter ihm, die alle „eine durchweg positive Resonanz zur Folge haben“, so Dudas. Der 39-Jährige betonte, wie wichtig es sei, den Wahlkreis und das Land NRW zurück zu erobern und die schwarz-gelbe Politik zu stoppen. In den vergangenen Jahren habe die SPD sehr viel Vertrauen bei den Wählern verloren, ermahnte Dudas. Das damit erhaltene „desaströse Ergebnis“ bei Bundes-und Landtagswahlen sei somit selbst verschuldet. „Partei-identifizierende Grundsätze wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind von der Bildfläche verschwunden und das hat den Bürger verunsichert. Wir haben die Menschen verlassen. Dieses Vertrauen muss nun wieder aufgebaut werden. Wir müssen wieder eine Kümmerer-Partei werden“, schwor Dudas die Bürger ein.

Scharfe Worte hingegen fielen in Richtung Herausforderer, den CDU-Landtagsabgeordneten Bernd Schulte. Dieser benutze auf seinem aktuellen Wahlzettel den Lüdenscheider SPD-Bürgermeister Dieter Dzewas, mit dem Schulte sich ablichten ließ. „Die CDU bekommt Angst und weiß sich nicht mehr zu helfen. Sie wissen, dass wir die besseren Argumente, die besseren Ansätze und die besseren Lösungen haben“, ergänzte Dudas. Ansätze, die beispielsweise eine Gebührenfreiheit vom Kindergarten bis zum Studium versprechen. „Wenn die SPD wieder an die Macht kommt, wird in spätestens anderthalb Jahren ein Studium wieder kostenlos sein“, versprach Dudas, „denn es muss um die Notwendigkeit und die Bedürfnisse der Menschen in ihren Städten gehen.“

Auch NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers stand in der Kritik der SPD-Mannes: „Rüttgers lässt sich für alles bezahlen und nimmt immer nur Geld. Der Vergleich mit seinem Vorgänger Johannes Rau ist ein Fauxpas, denn seine Fußstapfen sind Rüttgers viel zu groß“, stichelte Dudas. Die Frage nach einer möglichen Koalition mit den Linken, sollten am 9. Mai wenige Stimmen zu einer Mehrheit fehlen, verneinte Dudas ohne zu Zögern. Über dieses Thema sei nun schon genug diskutiert worden und er wisse sehr genau, dass die Linken weder koalitions- noch regierungsfähig seien. Diese Argumentation wurde am Dienstagabend auch von SPD-Fraktionschef Michael Brosch unterstützt, der dem Kandidaten am Ende der Veranstaltung ein Lob für sein Engagement aussprach. ▪ Friederike Domke

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