Halver

Wenige Schüler, viel Arbeit und kaum Unfälle

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Sieben Räumfahrzeuge des Baubetriebshofs waren seit 4 Uhr am Freitagmorgen im Einsatz, um die Stadt vom Schnee zu befreien und die Straßen befahrbar zu machen.

Halver - Leichte Schneeverwehungen, rund zehn Zentimeter Neuschnee und dazu Temperaturen um den Gefrierpunkt. Der Wetterumschwung und damit verbundene Wintereinbruch in Halver hatte am Freitag naturgemäß Auswirkungen auf das Geschehen in der Stadt. Der Allgemeine Anzeiger hat deswegen bei den weiterführenden Schulen, Grundschulen, Winterdienst, Polizei, THW, Bürgerbus und Märkischer Verkehrsgesellschaft nachgefragt, welchen Einfluss das Wetter auf die Abläufe hatte.

- Weiterführende Schulen: Im Laufe des Donnerstags hatten sich die Schulleiter der weiterführenden Schulen (Real-, Ganztags-, Humboldtschule und Anne-Frank-Gymnasium) dann doch kurzfristig gegen den Schulbetrieb am Freitag entschieden und den Schülern und Eltern mitgeteilt, sicherheitshalber zu Hause zu bleiben. Reiner Klausing, Leiter der Humboldtschule, begründete diese Maßnahme gestern wie folgt: „Die Prognosen ließen vermuten, dass die Kinder wohl den Weg zur Schule gefunden hätten, da für Freitagmittag aber Neuschnee vorausgesagt worden war, war es uns zu heikel, die Schule zu öffnen. Die Gefahr bestand, dass die Kinder dann nicht mehr von den Schulen weggekommen wären. Wenn ich nach draußen schaue, dann denke ich, haben wir richtig entschieden. Die Schüler waren übrigens nicht traurig über die Entscheidung.“ Für die Lehrer aller Schulen galt indes Anwesenheitspflicht.

- Grundschulen: Die Grundschule Oberbrügge begrüßte Freitag Morgen rund 50 ihrer 102 Schüler. Der Unterricht und die Nachmittagsbetreuung fanden regulär statt – wenn auch in abgewandelter Form. „Wir haben ein flexibles Programm aufgelegt. Eine Gruppe war zum Beispiel in der Turnhalle, andere Kinder haben sich individuell mit Lernmaterialien beschäftigt. An solch einem Tag ist es weder möglich noch sinnvoll, einen regulären Unterricht durchzuführen“, sagte Schulleiter Bernhard Ritschel. Der Schulleiter hatte es den Eltern bereits am Donnerstag freigestellt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder nicht.

In der Lindenhofschule waren rund 45 der 235 Kinder anwesend – darunter aus Breckerfeld, Hückeswagen und Lüdenscheid. Auch in der Lindenhofschule gab es individuelle Programme für die Kinder, erklärte Sekretärin Petra Lindner.

In die Grundschule Auf dem Dorfe kamen 20 der 270 Schüler. „Wir haben mit den Kindern gespielt, sie bespaßt und das war es dann“, sagte Leiterin Petra Schreiber, die die die Eltern auf die Gesetzeslage hingewiesen hatte, dass es ihnen freistehe, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder nicht.

- Winterdienst: Klaus Ostermann, Leiter des Baubetriebshofs und gestern Einsatzleiter der Arbeiten, hatte gegen 3 Uhr am Morgen eine ruhige Kontrollfahrt: „Da war noch nichts los auf den Straßen“, berichtete er. Erst zwischen 4 und 8.30 Uhr sei der Schnee gefallen und Schneeverwehungen zu beobachten gewesen. „Es waren alle Mann unterwegs: Sieben Räumfahrzeuge des Baubetriebshofs, dazu ein Gefährt eines externes Dienstleisters und zwei Fußtrupps mit jeweils drei Personen.“ Es sei zwar nicht so viel Schnee gefallen, wie vorausgesagt, dennoch sei der Einsatz von Schneepflügen erforderlich gewesen, sagte er am Morgen.

Um die Mittagszeit setzte erneut starker Schneefall ein, Grund genug für den Baubetriebshof, weiterhin auf den Straßen zu bleiben: „Wenn meine Mitarbeiter hinten durch sind, dann fangen sie vorne wieder an. Vielleicht auch bis nach 20 Uhr“, erklärte Ostermann am Freitagnachmittag.

- Polizei: Kriminalhauptkommissarin Michaela Götzel von der Polizeiwache Halver berichtete von einigen querstehenden Lastwagen, die im Bereich Wegerhof wiederholt Verkehrsbehinderungen verursachten.

Ein Gefahrgut-Lastwagen, der bei diesen Witterungsbedingungen gar nicht hätte unterwegs sein dürfen, blockierte die Fahrbahn im Bereich Schmalenbach. „Der Lkw hatte nur an den Antriebsachsen Winterreifen montiert, die restlichen Reifen waren in nicht ordnungsgemäßem Zustand.“ Der Fahrer musste sich bei seiner Spedition telefonisch um neue Reifen kümmern, die vor Ort gewechselt wurden. Währenddessen fertigte die Polizei zwei Anzeigen.

Auf der Landesstraße 528 ereignete sich um 6 Uhr im Bereich Grünenbaum ein Verkehrsunfall mit geringem Sachschaden. „Ansonsten gab es keine weiteren Unfälle“, sagte Götzel Freitagnachmittag. Die geringe Anzahl der Unfälle führt Götzel auch darauf zurück, dass wohl viele Halveraner ihr Auto hatten stehen lassen.

Die Polizei hatte vorsorglich einen Streifenwagen mit Schneeketten bestückt, „damit auch wir durchkommen“.

- THW: Der Ortsverband Halver des Technischen Hilfswerks wurde gegen 10 Uhr von der Polizei Meinerzhagen angefordert. Der Grund: In den sogenannten Eierkurven Richtung Kierspe standen mehrere Lastwagen quer und nebeneinander. Bis das THW die Lastwagen erreichte, hatte sich in beide Richtungen ein 20 bis 30 Lkw umfassender Rückstau gebildet, berichtete Jörg Lüttringhaus vom Halveraner Ortsverband.

- Bürgerbus: Bürgerbusfahrer Richard Raatz hatte Freitag fast keine Probleme auf den Straßen Halvers. Lediglich an der Südstraße erreichte er nur den Kreisel und machte dann kehrt. Auch die Straße In der Bräumke fuhr er lieber nicht hinunter. „Da stand Gott sei Dank keiner“, sagte er. Generell seien am Freitag nur sehr wenige Fahrgäste – darunter exakt ein Schüler der Lindenhofschule – mit dem Bürgerbus unterwegs gewesen. „Unsere Fahrgäste sind in der Regel schon etwas älter und nicht gut zu Fuß. Die bleiben bei so einem Wetter lieber zu Hause.“

- Märkische Verkehrsgesellschaft: Die MVG hatte den Busbetrieb für ganz Halver seit den frühen Morgenstunden eingestellt. Anders als der sogenannte Westfalenbus der Deutschen Bahn (Linie 134), der regelmäßig verkehrte, fuhren die MVG-Busse der Linie 85 erst wieder gegen 13 Uhr.

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