Der Wintereinbruch in Halver und die Folgen

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Halver/Schalksmühle - Der Winter ist da – und vor Ort haben die Bürger, Händler und auch die Mitarbeiter der Stadt mit den widrigen Wetterbedingungen zu kämpfen. Come-on hat sich umgehört, wie der Winter das öffentliche Leben in Halver und Schalksmühle beeinflusst.

„Um drei Uhr morgens habe ich die Kollegen von der Bereitschaft angerufen“, sagt Hans Jörg Ecks, Leiter des Baubetriebshof in Halver. Etwa eine Stunde später waren dann sieben Mitarbeiter mit Schneeräumfahrzeugen in und um Halver unterwegs, um die Schneemassen zu beseitigen, die Straßen vom Eis zu befreien und so einen einigermaßen geregelten Verkehr zu gewährleisten. Zudem seien sechs Mitarbeiter zu Fuß unterwegs gewesen: „Die haben überall da geräumt und gestreut, wo man mit den Räumfahrzeugen nicht hinkommt. Zum Beispiel auf schmalen Straßen und Wegen.“ Das gesamte Team sei vorab über das jeweilige Einsatzgebiet informiert worden, so dass „jeder genau wusste, was er wo zu tun hatte“. Der Einsatz am Freitag lief aus der Sicht des Baubetriebshof „ganz normal“ ab.

Großes Lob von der Polizei

Nur wenige wetterbedingte Unfälle, alle ohne Personenschaden, zählte die Polizei am Donnerstag und Freitag in Halver und Schalksmühle. Mehrere umgestürzte Bäume, darunter in Oeckinghausen und auf der Karl-Heinz-Volkenrath-Straße, sorgten zwischenzeitlich für größere Behinderungen als die Unfälle mit Blechschaden. Dietmar Boronwoski, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis: „Ein Lob geht an die Bevölkerung in Halver und Schalksmühle. Die Bürger haben sich witterungsbedingt angemessen verhalten.“

Verspätungen und Ausfälle

Mehr Probleme hatte die MVG: „Es kann sein, dass die Buslinie 87, die zwischen Lüdenscheid und Schalksmühle verkehrt, zwischenzeitlich nicht nach Rotthausen und Reeswinkel kam“, sagte MVG-Pressesprecher Jochen Sulies. Sulies bestätigte zudem, dass es gestern in Halver und Schalksmühle zu Ausfällen und Verspätungen kam. Der Busverkehr Ruhr-Sieg, der mit der Linie 134 zwischen Lüdenscheid und Radevormwald verkehrt und in Halver Station macht, hat ebenfalls seit Donnerstag Ausfälle und Verspätungen zu verzeichnen. Dies bestätigte BRS-Mitarbeiterin Claudia Büers am Freitag.

Gemüse pünktlich auf dem Wochenmarkt

Münür Yildiz (l.) und Sohn Ilas sind wegen des schlechten Wetters besonders früh aufgestanden, um ihre Waren pünktlich auf dem Wochenmarkt präsentieren zu können.

„Ich bin heute morgen extra eine Stunde früher aus Lüdenscheid losgefahren, damit ich rechtzeitig alles aufbauen konnte“, sagt Gemüsehändler Yildiz Münür über die besonderen Wetterumstände. Statt wie gewohnt um 5 Uhr, war er am Freitag bereits um kurz vor 4 in Halver.

Seit zehn Jahren steht Yildiz mit seinem Wagen auf dem Wochenmarkt. Gegen die Kälte helfen ihm und seinen Mitarbeitern Heizstrahler hinter der Theke und warme Kleidung. Bei noch kälteren Temperaturen hänge er Heizstrahler an die Decke, um das Gemüse zu schützen. Außerdem würde er in solch einem Fall seinen Wagen fast komplett mit Planen abhängen, so dass nur ein kleiner Eingang für die Kunden bleibt. Apropos Kunden – förderlich ist der Wintereinbruch für das Geschäft nicht: „Vor allem ältere Kunden bleiben bei dem Wetter lieber zu Hause. Vielleicht auch deswegen, weil sie Angst davor haben zu fallen.“

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