Windkraftanlage in Engstfeld: NABU droht mit Rechtsverfahren

+
Laut NABU zeigt der Rotmilan kein Ausweichverhalten gegenüber Windrädern. Eine Kollision endet tödlich.

Halver - Der stellvertretende Landesvorsitzende des Naturschutzbundes (NABU) Nordrhein-Westfalen, Heinz Kowalski, hat rechtliche Schritte angekündigt, sollte die Verwaltung des Märkischen Kreises einer Windkraftanlage in Halver-Engstfeld zustimmen.

In einem Brief an Landrat Thomas Gemke, die Fraktionsvorsitzenden des Kreistages und Halvers Bürgermeister Michael Brosch begründet er, warum ein Rechtsverfahren bei einer Genehmigung unausweichlich wäre.

Kowalski beruft sich unter anderem auf ein Artenschutzgutachten, das der potenzielle Investor SL Windenergie in Auftrag gegeben habe. In besagtem Gutachten sei festgestellt worden, dass im unmittelbaren Umfeld der Anlage, nämlich in 360 Meter und 590 Meter Entfernung zur Anlage, zwei regelmäßig besetzte Horste des Rotmilans liegen. Heimischen Natur- und Vogelschützern seien diese und weitere Brutplätze ebenfalls bekannt.

„Die Staatlichen Vogelschutzwarten der Bundesländer haben in einer gemeinsamen Abstandsempfehlung festgelegt, dass zwischen einer Windkraftanlage und dem Horst eines Rotmilans mindestens 1500 Meter liegen müssen. Dieser Abstand ist von den Gerichten immer wieder als verbindlich bestätigt worden, kürzlich noch durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Und zwar selbst dann, wenn die Empfehlungen der Landesregierungen kürzere Abstände vorsehen“, schreibt Kowalski.

Deutschland trage hohe Verantwortung

Der Greifvogel Rotmilan sei die Vogelart, für die Deutschland in der Welt die höchste Verantwortung trage. Mehr als die Hälfte der Weltpopulation brüte in Deutschland, vorrangig in den Mittelgebirgsregionen. Der Rotmilan zeige kein Ausweichverhalten gegenüber Windrädern und gerate deshalb immer wieder in die Rotoren beziehungsweise deren Sog und werde dabei getötet.

Des Weiteren lebten weitere Vogelarten und streng geschützte Fledermausarten im direkten Umfeld des geplanten Windrades.

„Tötungsgefahr der Rotmilane“

„Wenn Ihre Kreisverwaltung diesem Standort zustimmen würde, wäre das wegen der signifikanten Tötungsgefahr der Rotmilane und weiterer geschützter Arten ein eklatanter Verstoß gegen Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetzes und würde unweigerlich zu Rechtsverfahren führen.“

Deshalb erwartet Kowalski von den politischen Entscheidungsträgern, „dass eine klare Absage an den Investor betreffend dieses Standortes ergeht, verbunden mit der Empfehlung, sich einen Standort ohne Artenschutzkonflikt zu suchen.“

Zudem verweist Kowalski auf die gemeinsame Stellungnahme der anerkannten Naturschutzverbände im MK vom 8. Dezember 2016, die sich ebenfalls eindeutig gegen den geplanten Standort in Engstfeld ausspreche.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare