Windkraft: Rückenwind aus dem Landtag

+
Andreas Gerrath (Vorsitzender der FDP Fraktion im Rat der Stadt Halver), Renate Sikora (Sprecherin der Bürgerinitiative Windvernunft Halver), MdL Henning Höne und Axel Hoffmann (Vorsitzender der Kreistagsfraktion der FDP)

Halver - „Politik sollte nicht das Heft aus der Hand geben.“ Gegen den privilegierten Bau von Windkraftanlagen ohne Mitspracherecht der Gemeinde sprach sich MdL Henning Höne (FDP), Sprecher des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Düsseldorfer Landtag, am Dienstag in der Halverscheider Dorfhütte bei einer Diskussion zum Thema Windenergie aus.

Eingeladen zu der Diskussion hatte die Bürgerinitiative Windvernunft Halver, die für den Ausbau der Windkraft im menschen- und landschaftsverträglichen Rahmen plädiert. Mit den Worten: „Ich würde die Planungshoheit behalten wollen“, ging der gebürtige Coesfelder mit der Meinung der Bürgerinitiative, die sich gegen die Privilegierung in Verantwortung des Märkischen Kreises und die Änderung des gegenwärtigen Flächennutzungsplans wehrt, konform.

Politiker würden schließlich nicht gewählt, um nichts zu tun. „Wie kann man denn, bevor es angefangen hat, schon kapitulieren?“ Den neuen Windenergieerlass NRW abwarten, danach in Ruhe an die Planung gehen und sich umschauen, was Kommunen in ähnlicher Lage machen, lautete Hönes Rat. „Kommunikation einfordern und das Tempo rausnehmen“, seien der richtige Weg, so der Landtagsabgeordnete.

Gemeinsam mit Henning Höne stellten sich Axel Hoffmann, Vorsitzender der Kreistagsfraktion der FDP, und Andreas Gerrath (Vorsitzender der FDP Fraktion im Rat der Stadt Halver) den Fragen der Bürger. Als Sprecherin der Initiative saß Renate Sikora mit am Podium. Michael Nordmeier meldete sich als Engstfelder zu Wort. Den Stand der Dinge trug Jürgen Sikora dem Landtagsabgeordneten vor. „Wie können wir privilegiertes Bauen verhindern?“, lautete seine drängende Frage.

Trotz grundsätzlicher Befürwortung erneuerbarer Energien kritisierte Henning Höne das Tempo, mit dem die Landesregierung den Energiewandel forciert. „Das Tempo, mit dem der Wechsel vollzogen wird, ist aberwitzig“, bemängelte er. NRW agiere überambitioniert. Die Energiewende sei kein Sprint, sondern ein Langlauf. Deutlich mehr Entspannung und Offenheit seien wünschenswert. Er halte nichts vom Drang, sich gegenseitig zu übertrumpfen. Vieles spreche dafür, Windenergie wie Industrieanlagen zu planen. „Jede Form von Energiegewinnung hat Auswirkungen auf die Umwelt“, so der Politiker.

Ziel müsse es sein, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, was für Vorrangzonen spreche. Bei einer Privilegierung gebe die Gemeinde das Heft vollständig aus der Hand. Als „ein Stück aus dem Tollhaus“ kritisierte der Landtagsabgeordnete die durch den neuen Erlass eröffnete Möglichkeit, Windkraftanlagen in Waldflächen hineinzubauen. „Es gibt ohne Ende Standorte, wo noch gebaut werden könnte, ohne zu roden und ohne an Wohnbebauung zu gehen.“ Um Konzentrationsflächen, Gutachten, das Risiko von Klagen, effektive Windräder neuester Generation und den Austausch älterer Anlagen, Vogelschutz, Zerspargelung der Landschaft und Auswirkungen auf die Gesundheit ging es im weiteren Verlauf der Diskussion.

„Das Dilemma ist: Keiner will Energie so wie jetzt“, erklärte Höne abschließend. Windräder müssten jedoch so gebaut werden, dass sie eine gewisse Akzeptanz erzeugen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare